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Kiel Wenn Mama nicht mehr kann
Kiel Wenn Mama nicht mehr kann
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19:40 10.02.2017
Von Isabelle Breitbach
26 765,61 Euro überreicht Karstadt-Geschäftsführer Christoph Kellenter an Gabriele Hausmann (links) und Claudia Neß von der Arbeiterwohlfahrt. Die Awo ist wie auch die anderen Wohlfahrtsverbände in die Beratung zu Mütter- und Mutter-Kind-Kuren eingebunden. Quelle: Uwe Paesler

Vorstadt. Mütter haben in ihrem Alltag manchmal ganz schön viel um die Ohren: Gerade, wenn neben dem Job, der Betreuung und Erziehung der Kinder sowie dem Haushalt auch noch andere Verpflichtungen und Sorgen bestehen. Was aber tun, wenn Mama wirklich einmal nicht mehr kann und eine Auszeit braucht?

 Dann können Mütter-Kuren oder auch Mutter-Kind-Kuren helfen. Das sahen zumindest die Kunden von Karstadt so. Sie haben im Rahmen der Aktion „Mama ist die Beste“ des Warenhauses die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk, als besonders förderungswürdig ausgewählt. Bundesweit waren die Kunden dazu aufgerufen, gemeinnützige Organisationen zu benennen, die sich für Bedürfnisse von Müttern vor Ort engagieren.

 „Von jedem Kaufvorgang“, erklärt Christoph Kellenter, Filialgeschäftsführer von Karstadt, „ging vom 19. Dezember 2015 an bis Ende 2016 ein Cent an die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung.“ Außerdem seien Spendenboxen platziert worden, damit die Kunden auch selbst etwas mehr spenden können. Den erzielten Betrag hat Karstadt schließlich verdoppelt: 26765,61 Euro werden nun bedürftigen und überlasteten Müttern in Kiel und Umgebung zugutekommen. „Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und werden auch im kommenden Jahr eng mit der Organisation zusammenarbeiten“, verspricht Kellenter.

 Dieses Geld helfe vor allem, auch Familien mit niedrigem Einkommen eine Kur zu ermöglichen, erklärt Kurberaterin Claudia Neß, die bei der Awo-Beratungstelle in der Dahlmannstraße jährlich etwa 200 Müttern zur Seite steht und auch bei der Antragsstellung hilft. „Alle 35 Beratungsstellen im Raum Kiel beraten circa 1000 Mütter aus Kiel und Umgebung“, so schätzt sie, „darunter etliche, die bedürftig sind.“ Die Kosten für solche Rehabilitationsmaßnahmen tragen zwar die Krankenkassen, doch es bleibt unter anderem ein gesetzlicher Eigenanteil von zehn Euro pro Tag, außerdem Nebenkosten für Anreise, Gepäckversand und vieles mehr. Nicht alle können das selbst stemmen.

 Der Bedarf an Kuren, so bestätigt Gabriele Bossmann, Leiterin der Mutter-Kind-Kliniken der Awo Schleswig-Holstein, sei nach wie vor groß – vor allem in den Sommermonaten. Dabei sei die Klientel bunt gemischt, „von der Frau Doktor über Alleinerziehende und Frauen, die des Deutschen noch nicht besonders mächtig sind.“ Erschöpfung betreffe sie alle.

 Die Gesunderhaltung und gesundheitliche Wiederherstellung von Müttern hat sich Elly-Heuss-Knapp schon vor 66 Jahren zur Aufgabe gemacht, als sie mit der Gründung des Müttergenesungswerkes ein Bewusstsein für überlastete Frauen schuf. Seitdem kümmern sich die fünf Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband sowie die Evangelische und die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung als Trägergruppen um Vorsorge, Rehabilitation und Beratung: Deutschlandweit betreiben sie fünf anerkannte Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütterkuren, weitere 71 für Mutter-Kind-Kuren und etwa 1300 Beratungs- und Vermittlungsstellen für Vor- und Nacharbeit.

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