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Kiel Brummen nicht nur in Kiel zu hören
Kiel Brummen nicht nur in Kiel zu hören
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07:30 18.08.2015
Von Paul Wagner
Ursula Ruh aus Kiel-Kroog kämpft seit fünf Jahren mit unerklärlichen Geräuschen aus der Tiefe der Erde. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Der Bericht über das Brummen aus der Erde sorgte am Montag für viele Reaktionen. Vor allem auf der Facebookseite und im KN-Forum meldeten sich Menschen, die das Geräusch ebenfalls hörten oder hören und Theorien zur Ursache haben. Demnach sei der Brummton nachts zeitweise auch in Projensdorf, Suchsdorf und in der Wik sowie in Altenholz oder Neumünster zu hören. In mehreren Reaktionen wird Ursula Ruh aus Kroog für ihren Mut gedankt, an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Aber: An vielen Stellen wird auch angezweifelt, dass es das Geräusch überhaupt gibt.

Links zu Zeitungsartikeln aus ganz Deutschland zeigen: Der Norden ist mit dem Phänomen nicht allein. Auch im Süden, in Steinhöring, ist das Brummen zu hören. Erst zu Beginn dieses Jahres hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über Betroffene im Schwarzwald berichtet, die eine eigene Selbsthilfegruppe gegründet haben und die Quelle des Brummens finden wollen. Nach Angaben der Interessengemeinschaft, zu der sich vor einigen Jahren bundesweit Betroffene zusammengeschlossen hatten, können mehrere Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu gehören auch Gasleitungen und Übergabestationen, wie sie in Kiel wegen eines nahegelegenen Gasspeichers der Stadtwerke vermutet werden. Die Stadtwerke schließen ihre Anlagen nach bisherigem Kenntnisstand als Geräuschquelle aus. Auch geologische Erkundungen in Zusammenhang mit dem umstrittenen Fracking brachten Leser der Kieler Nachrichten als Ursache ins Gespräch.

Bei Ursula Ruh aus Kroog, die dem mysteriösen Ton seit vielen Jahren auf der Spur ist, meldete sich am Montag auch ein Tontechniker aus der Region. Er wolle eventuell mit Messgeräten helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. „Ich finde es sehr gut, wenn jetzt Bewegung in die Sache kommt und Menschen aktiv werden.“ Mit den Behörden wolle sie weiter in Kontakt bleiben, kündigte Ursula Ruh an.

Auf einer Karte im Internet sind weltweit Orte eingetragen, an denen das Brummen gehört wurde. 4000 Orte sind mittlerweile verzeichnet. Für den Norden Deutschlands zeigt sich: Neben Menschen aus Hamburg spüren offenbar auch Schleswiger Geräusche aus der Tiefe.

Fest steht: Die Geräusche liegen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Im vergangenen Jahr hat das Umweltbundesamt eine 130 Seiten starke Studie zum Thema Infraschall veröffentlicht, die sich auch wissenschaftlich mit den tieffrequenten Geräuschen beschäftigt. Die Autoren kommen zu dem wenig erhellenden Fazit: „Aus der Literaturrecherche kann kein einheitliches Bild zur Ermittlung und Beurteilung von tieffrequenten Schallen abgeleitet werden.“ Dafür sei das Bild, welches die Betroffenen zum Beispiel in Internetforen wiedergeben, zu differenziert und zu subjektiv. Grund für die Studie war offenbar die Betroffenheit Tausender Menschen bundesweit. Viele von ihnen wandten sich an die Behörden und lösten Nachforschungen aus. In der Studie heißt es: „Tendenziell wurde in Süddeutschland eine höhere Anzahl an Beschwerdefällen genannt.“ Und: „Zukünftig wären der Aufbau und die Pflege eines einheitlichen zentralen Beschwerdekatasters für Infraschall sinnvoll.“

Auf dem Online-Portal www.die11.de experimentieren Studierende der FH Kiel, Fachbereich Medien, mit der multimedialen Darstellung journalistisch bearbeiteter Themen. Inhalt des neuesten Produkts ist die Brandserie auf dem Ostufer.

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