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Kiel NPS statt Cannabis: Polizei Kiel warnt vor synthetischen Drogen
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NPS statt Cannabis: Polizei Kiel warnt vor synthetischen Drogen

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14:00 02.12.2020
Von Steffen Müller
In Kiel-Gaarden waren einen Cannabis-Produkte mit Neuen Psychoaktiven Substanzen versetzt.
In Kiel-Gaarden waren einen Cannabis-Produkte mit Neuen Psychoaktiven Substanzen versetzt. Quelle: Oliver Berg/dpa (Symbolfoto)
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Bislang sind den Beamten drei solcher Fälle aus Kiel-Gaarden bekannt - die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

Die Auswirkungen und Symptome bei der Einnahme von NPS sind vielfältig. Herzrasen, Herz-Rhythmus-Störungen, Erbrechen, Übelkeit, Orientierungsverlust, kurz andauernde Ohnmachtsanfälle, Lähmungserscheinungen, Wahnvorstellungen, Kreislaufversagen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Versagen sämtlicher Vitalfunktionen und Tod können die Folge sein. Sollten beim Konsum derartige Wirkungen auftreten, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gerufen werden.

Konsument hatte Todesangst

Welche Folgen die synthetisch versetze Droge hat, schilderte ein Konsument der Ermittlungseinheit Straßendeal. Er gab an, dass er es nach dem Rauchen des Joints gerade noch in seine Wohnung geschafft habe.

Als er seine Wohnungstür öffnete, brach er zusammen und lag eine unbekannte Zeit auf dem Boden. Der Mann habe das Gefühl gehabt, dass sein Herz stehen bleibe. Seinen Angaben zufolge war er wie stumm und habe seine Zunge nicht mehr unter Kontrolle gehabt. So konnte er nicht um Hilfe rufen. Er berichtete den Ermittlern von Todesängsten. 

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Eine kriminaltechnische Untersuchung hat ergeben, dass das konsumierte Cannabis aus dem geschilderten Fall mit sogenannten Neuen Psychoaktiven Substanzen versetzt war. Mit diesen synthetischen Cannabinoiden versetzt werden die schwach oder gar nicht psychoaktiv wirksamen Cannabisprodukte zu hochpotenten Stoffgemischen. 

Gefahr einer Überdosis

Die Gefahr bei NPS liegt laut Polizei Kiel insbesondere in dem unkalkulierbaren Ausmaß der Gesundheitsgefährdung. Wirkung, Toxizität, Abhängigkeitspotenzial, Wechselwirkungen mit Medikamenten und anderen Drogen, insbesondere Alkohol, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen dieser Stoffe sind den Konsumenten oftmals gänzlich unbekannt.

Neben der Unkenntnis der konkret zugesetzten Stoffe besteht außerdem die Gefahr einer Überdosis. „Die Konsumenten gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Fällen davon aus, dass sie herkömmliches Cannabis zu sich nehmen und nicht hochpotente, chemische Stoffe“, sagt Polizeisprecherin Maike Saggau.

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Weiterhin tückisch an der Droge: „Es ist äußerlich nicht zu erkennen, ob es sich bei dem erworbenen Produkt um ein herkömmliches Betäubungsmittel wie Marihuana oder ein sehr viel potenteres, synthetisches NPS-Produkt“, erklärt Saggau. Der Unterschied wird erst beim Konsum bemerkt. 

Ermittlungseinheit Rauschgiftsucht Zeugen

Die Ermittlungseinheit Rauschgift hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise auf die Betäubungsmittelart, den Verkauf oder die Herkunft dieser Substanzen oder bereits aufgetretener Nebenwirkungen nimmt die Kriminalpolizei unter 0431 / 160 3333 entgegen.

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