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Kiel Freude an gefiederten Untermietern
Kiel Freude an gefiederten Untermietern
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06:00 12.06.2019
Von Martin Geist
Foto: Nicole Wirth (links) und Martina Ikert (rechts) vom NABU verliehen Stephani Kipka eine Urkunde samt Plakette für ihr "schwalbenfreundliches Haus".
Nicole Wirth (links) und Martina Ikert (rechts) vom NABU verliehen Stephani Kipka eine Urkunde samt Plakette für ihr "schwalbenfreundliches Haus". Quelle: Martin Geist
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Der Naturschutzbund (Nabu) verleiht den Ehrentitel „schwalbenfreundliches Haus“ in ganz Deutschland an Hauseigentümer, die genauso wie Stephani Kipka aus dem Eiderbrook nicht der Meinung sind, dass Landschaften und Gebäude bis zur Lebensfeindlichkeit aufgeräumt zu sein haben. „Schwalben machen Dreck? Ach wo, ein Brett drunter und fertig.“ So einfach sieht es die Kielerin, die sich mit Lebensgefährte Martin Schubert seit einigen Jahren dafür einsetzt, dass Schwalben wieder zu Untermietern des Menschen werden.

Zwei Schwalbenpaare nisten im Eiderbrook

Aktuell haben sich im Eiderbrook zwei Paare eingenistet. Eins wohnt in einem Nest gleich bei der Haustür, das andere in einem Schuppen, in dem die Hausbesitzer eine Einflugschneise freigehalten haben. Zwei Jungvögel haben bislang ebenfalls ihre erster Piepser gemacht, und wenn es so gut läuft wie im vergangenen Sommer, werden wohl noch etliche dazukommen.

„Ich liebe sie“, schwärmt Stephani Kipka über ihre gefiederten Hausgenossen, an denen sie ganz besonders ihre Flugkünste schätzt. Und Martin Schubert findet es „total goldig“, wie die Alten ihre Jungen füttern. Damit das in ausreichendem Maße gelingt, engagiert sich das Paar auch durch die Art der Gartengestaltung. Steriler Rasen befindet sich auf dem Rückzug, stattdessen blühen immer mehr einheimische Blumen, die Insekten und damit potenzielles Futter für die Vögel anlocken.

Eingeschränktes Platz- und Nahrungsangebot macht es den Vögeln schwer

Zu Hause fühlen sich im Eiderbrook Rauchschwalben, die neben den Mehl- und den Uferschwalben zu den im Norden verbreiteten Arten gehören. Wobei es die Vögel wegen des eingeschränkten Platz- und Nahrungsangebots grundsätzlich schwer haben, wie Nicole Wirth und Martina Ikert vom Kieler Nabu erläutern. Relativ gut geht es nach ihrer Kenntnis lediglich den Uferschwalben, die an den Steilkisten wenigstens noch ordentliche Nistmöglichkeiten finden.

Stephani Kipka hofft derweil, dass viele andere Hauseigentümer ihrem Beispiel folgen und ebenfalls schwalbenfreundlich werden. In der Nachbarschaft klappt das schon ganz gut, denn auch dort haben sich die Vögel beispielsweise in einem Carport häuslich eingerichtet.

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