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Kiel Kiel fürchtet um Kreuzfahrt-Image
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10:25 12.06.2019
Von Frank Behling
Klimaaktivisten verhinderten das Auslaufen eines großen Kreuzfahrtschiffes. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Wasserschutzpolizei sei seit dem Jahr 2000 drastisch reduziert worden, beklagten die Gewerkschafter. Die Folge: Es habe mehr als fünf Stunden gedauert, bis genug Einsatzkräfte aus dem ganzen Land zusammengezogen werden konnten. Kritik kam auch aus den Reihen des Seehafens. Dort herrschte gestern Krisenstimmung. Die Befürchtung, dass Schiffe in andere Häfen ausweichen, ist groß. „Wir suchen das Gespräch mit dem Innenministerium“, hieß es offiziell. Ein Sprecher von Minister Hans-Joachim Grote (CDU) wies die Kritik zurück: „Die Wasserschutzpolizei ist sehr gut ausgestattet.“ 

Lesen Sie auch: Kreuzfahrtschiff in Kiel blockiert - Strafverfahren gegen Klimaaktivisten 

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Naturschützer: Schiffe schlimmer als Flugzeuge

Malte Siegert vom Naturschutzbund (Nabu) lobte die Aktivisten: „Der Fall sorgt international für die Aufmerksamkeit, die in der Klimaschutz-Diskussion auch notwendig ist.“ Bislang sei die Kreuzfahrt „unter dem Radar der Öffentlichkeit“ geblieben. Das müsse sich ändern, ist der Leiter des Fachbereichs Umweltpolitik des Nabu überzeugt. „Wenn sich 2000 Menschen ins Auto oder ins Flugzeug setzen, dann werden weniger Stickoxide freigesetzt, als wenn sie Schiff fahren“, erklärte Siegert.

Eine Aussage, die Volker Matthias vom Helmholtz-Zentrum in Geesthacht bestätigt: „Mit knapp drei Kilogramm Stickoxid pro Passagier emittiert ein Schiff auf der 700 Kilometer langen Fahrt von Kiel nach Oslo mehr als sechs Mal so viel wie ein Flugzeug und mehr als acht Mal so viel wie ein Auto.“ Anders sieht es beim CO2-Ausstoß aus: Hier würden Auto und Schiff gleichauf liegen.

Lesen Sie auch: Polizei räumt Blockade - Kreuzfahrtschiff verlässt Kieler Hafen 

Reedereien versprechen LNG-Schiffe

Die Reedereien seien sich ihrer klimapolitischen Verantwortung bewusst, betonte die Cruise Lines International Association (CLIA) in Hamburg. Ziel des Lobby-Verbandes sei es, bis 2030 den CO2-Ausstoß der Flotte um 40 Prozent zu senken. Dafür würden Schiffe mit Abgasfiltern nachgerüstet. Bei Neubauten soll bis 2027 jedes dritte Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggas (LNG) angetrieben werden.

Für Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) ist dies ein erster Schritt. Beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bei Schiffen sei eine schnelle Lösung allerdings nicht absehbar. Bei der Entwicklung klimafreundlicherer Schiffe will er Werften und Reeder stärker in die Verantwortung nehmen. „Gleichzeitig sollten wir auch unser eigenes Reiseverhalten stärker reflektieren: Zu dem, was von einer Reise bleibt, gehört auch ihr ökologischer Fußabdruck“, sagte Albrecht.

 

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