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Kiel Polizei warnt vor Panik
Kiel Polizei warnt vor Panik
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18:45 01.02.2019
Von Niklas Wieczorek
Die Kieler Polizei mahnt die Bevölkerung, trotz der gemeldeten Übergriffe ruhig zu bleiben und keine Gerüchte zu verbreiten.  Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die drei bisher bekannten Angriffe auf Kinder in Kiel-Hammer und Schulensee seien ein sensibles Thema. "Da versuchen wir auch alle Spuren zu verfolgen", bekräftigte Steffens den intensiven Einsatz. Die Fahndungssituation wird laut Polizei derzeit durch viele Gerüchte im Kieler Süden belastet. Sachlichkeit und Vernunft im Umgang mit den Vorfällen sei entscheidend – die Ermittler nähmen die Angriffe ernst, wie Thorsten Steffens, Leiter der Bezirkskriminalinspektion, betonte. Zugleich zeigte er Verständnis für Sorge und Sensibilität. "Übergriffe auf Kinder sind hochemotional."

Die Nachricht, dass der unbekannte Mann noch mindestens ein weiteres Mal in diesem Monat ein Kind bedrängt hat, sorgt für eine Menge Gesprächsstoff. Bei Eltern und Kindern wächst die Angst vor dem unbekannten Mann mit der Kapuze.

Befürchtungen von Selbstjustiz

Doch er mahnte auch: "Wir beobachten die Situation mit Sorge." Einerseits beunruhige die Ermittler, dass die Nervosität zu vielen Meldungen führe, die nicht angebracht seien. Dass beispielsweise Eltern ihre Kinder zur Schule brachten, sei bereits als Entführung gesehen worden – auch die Tatsache, dass der mutmaßliche Täter auf dem Phantombild mit einer schwarzen Kapuze gezeigt wird, führe zu vielen Verdächtigungen. Die Polizei habe in der Veröffentlichung des Bildes eine Chance gesehen. Doch jetzt: "Wir befürchten, dass die Angst sich verstetigt", rief Steffens zur Sachlichkeit auf. Er befürchtet sonst Versuche von Selbstjustiz.

"Jeden Tag neue Gerüchte"

Keineswegs wolle die Polizei verharmlosen. Mit dem Sachgebiet Prävention, dem Sven Petersen vorsteht, biete die Polizei auch Unterstützung für Elternabende an, falls dass an Schulen gewollt ist. Soziale Medien seien in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit dem Kinderspiel "Stille Post". Die Ermittler gehen nach eigener Darstellung jeder Meldung nach. So hätten sie erfahren, dass es angeblich Fälle in Kiel-Elmschenhagen oder in Kronshagen gegeben habe. Die stellten sich als Falschmeldungen heraus. Auch die Kontrolle eines Mannes habe keinen Tatverdacht erhärtet. "Es entstehen jeden Tag neue Gerüchte", sagte Polizeisprecher Matthias Arends. "Und wir laufen den Geschichten hinterher", ergänzte Matthias Felsch. "Wir können nur an die Vernunft appellieren. Lassen Sie uns in Ruhe unsere Arbeit machen", sagte Steffens.

+++ Fakten vs. Gerüchte +++ Uns erreichen in den letzten Tagen eine ganze Menge Gerüchte in Bezug auf den Mann, der...

Gepostet von Polizei Kiel und Plön am Donnerstag, 31. Januar 2019

Kinder seien nicht wehrlos

Was kann Eltern und Kindern geraten werden, um sich zu beruhigen und auf die angespannte Situation vorzubereiten? Es gebe Selbstbehauptungskurse auch für Kinder, machte Steffens deutlich. Dort werde in angemessener Weise gelehrt, wie auf einen Angriff reagiert werden kann. Komme es zu einem Überfall, gelte: "Treten, Schlagen, Kratzen, Beißen hilft: Das kann man in geeigneter Form vermitteln", sagte Steffens. Ein weiterer Tipp sei es, Kinder in Gruppen auf den Weg zu schicken.

Zeuge wird weiter gesucht

Entscheidend sei es, dem Nachwuchs ruhig Hinweise und Anweisungen zu geben. "Aufregung überträgt sich gesteigert auf die Kinder", sagte Steffens. Kiels Straßen seien sicher, die Polizei trage dazu bei. Und mit Blick auf die Hubschrauber-Suche sagte Steffens: "Wir ziehen alle Register und scheuen keine Mühen." Weiter hofft die Polizei, dass sich ein bislang noch unbekannter Helfer meldet. "Das irritiert uns etwas", räumte Steffens ein. Der Unbekannte hatte am Morgen des 15. Januar einem Achtjährigen geholfen, den Angreifer abzuschütteln. Die beiden anderen Überfälle konnten die Kinder selbst abwehren.

Der Zeuge kann sich melden unter Tel. 0431/160 3333.

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