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Kiel Taucher sammeln Müll in der Förde
Kiel Taucher sammeln Müll in der Förde
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14:00 03.07.2019
Von Sebastian Ernst
Das hat sich gelohnt (v.li.): Rüdiger Stöhr von One Earth One Ocean, Swantje van den Toren und Hubert Pinto de Kraus, Leiter des Tauchsportzentrums der CAU, mit einem Teil ihrer Funde auf der "Seekuh". Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

 Am Montag und Dienstag sammelten Taucher und Ruderer in der Förde Müll. Die "Seekuh", ein Müllsammelschiff von One Earth - One Ocean, fungierte dabei als Basisschiff, auf das die Helfer den Müll luden.

"Die Kieler Woche ist ein großes Volksfest", sagte Rüdiger Stöhr von One Earth - One Ocean, der die Müllsammelaktion mit organisiert hat. "Da kommt viel Müll ins Meer." Neben dem üblichen Kieler-Woche-Partymüll – Flaschen, Bierdosen und Einmalgeschirr, aber auch Sonnenbrillen und die Piratenhüte eines Rumherstellers – holten die Taucher auch einige kuriose Gegenstände aus dem Wasser: ein Verkehrsschild, einen Kinderwagen, drei Fahrräder, mehrere Autoreifen, einen Einkaufswagen, einen Metallaufsteller und eine Rettungsstange. "Die muss jemand aus der Halterung genommen und ins Wasser geworfen haben", so Stöhr.

"Ich habe auch eine Männerunterhose eingesammelt", sagte Taucherin Hanna Nordström. Ihr Tauchpartner Maximilian Hanisch ergänzte: "Wir haben ganz viele Feuchttücher aus dem Wasser geholt. Die bauen sich ja nicht ab."

Taucher findet Portemonnaie

Den spektakulärsten Fund machte aber Lukas Dohrn. "Direkt an der Mole vor dem Bayernzelt habe ich ein Portemonnaie gefunden", sagte der 15-Jährige. Der Inhalt: 105 Euro, Personalausweis, Führerschein, EC-Karte und der Holstein-Mitgliedsausweis. Schnell war via Facebook der Besitzer der Geldbörse ausfindig gemacht: Florian Philipp Zimmermann.

Während der Kieler Woche hat er im Bayernzelt gearbeitet. "Ich habe vor einer Woche gemerkt, dass das Portemonnaie weg ist", sagte er. "Wir hatten direkt am Wasser Tische stehen – möglicherweise ist es mir da irgendwo aus der Tasche gefallen." Kurios: Schon bei der Kieler Woche 2018 kam ihm sein Geldbeutel abhanden. "Damals hat ihn jemand bei der Post abgegeben, und die haben mich benachrichtigt", so der 29-Jährige.

"Diese Masse an Müll ist erschreckend"

Hubert Pinto de Kraus, Leiter des Tauchsportzentrums der CAU, war ebenfalls mit im Wasser. "Diese Masse an Müll ist erschreckend", sagte er. "Da unten liegen wirklich Tausende Flaschen." Innerhalb von einer Stunde waren die Müllnetze der acht Taucher voll.

Dabei haben sie nur den Bereich von den Rudervereinen bis kurz vor das Camp 24/7 abgesucht – in einem maximal 50 Meter breiten Streifen vom Ufer entfernt. Die Flaschen könne man gar nicht alle bergen, so Pinto de Kraus. Dafür brauche man viel zu lange und zu viele Einsatzkräfte.

Der Müll kommt aber natürlich nicht nur von dieser Kieler Woche. "Am Muschelbefall kann man erkennen, wie lange die Sachen schon in der Förde liegen", sagte Stöhr. Die Fahrräder könnten beispielsweise schon viel früher geklaut und anschließend im Wasser entsorgt worden sein. "Wenn ich aber ein Weißbierglas genau dort finde, wo bei der Kieler Woche das Bayern-Zelt war, dürfte ziemlich klar sein, wo es herkommt."

Paddler und Ruderer unterstützen die Taucher

Unterstützt wurden die Taucher am Dienstag von rund 40 Kanufahrern und Ruderern vom CAU-Hochschulsport, die den Müll von der Oberfläche einsammelten. "Wir haben Unmengen Dosen und Stoffblütenkränze gefunden", sagte Swantje van den Toren, Initiatorin und Kanu-Obfrau der CAU.

Auch wenn die Stadt mehr Tonnen aufgestellt und diese auch regelmäßig gelehrt habe, habe es bei der Kieler Woche zu wenige Mülleimer gegeben, sagte Pinto de Kraus. "Es gab Stände, die zwar verkauft haben, aber keine Mülleimer hatten." Sein Wunsch für die Kieler Woche 2020 ist deshalb: noch mehr Tonnen.

Die Sauberkeit der Förde dürfte auch für die Stadt Kiel interessant sein. Denn am Camp 24/7 soll demnächst eine Badestelle eingerichtet werden. Wann genau es los geht, ist noch nicht bekannt. Heute steht ein Termin mit einem Wasserprüfer an, nach dem das weitere Vorgehen geplant werden soll. Ursprünglich war ein Badestart unmittelbar nach der Kieler Woche geplant.

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