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Kiel Historiker in Kiel zoffen sich um Kuhnt
Kiel Historiker in Kiel zoffen sich um Kuhnt
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10:00 13.12.2017
Von Niklas Wieczorek
Der Streit um die Benennung dieser unscheinbaren Rasenfläche zwischen Düppelstraße und Forstweg nach Gottfried Kuhnt geht inzwischen weit über die Person hinaus. Quelle: Frank Peter
Kiel

Auslöser ist eine Stellungnahme der Stadtverwaltung: Sie empfiehlt darin, den Platz zwischen Düppelstraße und Forstweg nicht nach Kuhnt zu benennen. Das hatte der Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook vorgeschlagen. Der in Flensburg tätige Geschichtsprofessor Uwe Danker widerspricht der Stadt entschieden. Er empfiehlt „ohne Einschränkung“, Kuhnt mit der Benennung des Platzes zu ehren – und regt sich über die „anmaßende Niveaulosigkeit“ der städtischen Stellungnahme auf, die in einer Geschäftlichen Mitteilung zusammengefasst ist. Heute ist das Thema zurück im Ortsbeirat.

Verwaltung sieht drei Widersprüche zur Würdigung

Die Verwaltung widerspricht Kuhnts Ehrung, der durch Nationalsozialisten 1933 aus dem Dienst entlassen wurde, in drei Punkten: Er habe sich, „obwohl er beruflichen Schaden durch NS-Unrecht erlitten hatte, aktiv bemüht, in der NS-Justiz mitzuwirken“. Er habe nach dem Krieg mit seinen Personaleinstellungen als OLG-Präsident eine „konsequente Entnazifizierung“ der Justiz in Schleswig-Holstein verhindert. Entscheidender Einwand gegen die geplante Namensgebung sei Kuhnts Mitwirken in Gnadenausschüssen: Dort habe er „sein juristisches Renommee“ für die Begnadigung von NS-Kriegsverbrechern „zur Verfügung gestellt“, betonten Stadtarchivar Johannes Rosenplänter, Kulturreferent Rainer Pasternak und Gerrit Schirmer, Referent für Erinnerungskultur.

Danker moniert fehlenden historischen Kontext

Historiker Danker widerspricht der von Stadtrat Wolfgang Röttgers unterzeichneten Mitteilung energisch. Die Stadt blende „die historischen Rahmenbedingungen völlig aus“. Die britischen Besatzer haben laut Danker in ihrer Personalauswahl dieselben Kriterien angewandt. Und zur Zeit der Gnadenausschüsse habe eine von fast allen Medien und allen Parteien getragene Kampagne Druck aufgebaut, die Täter zu begnadigen. Seine Empfehlung, Kuhnt zu würdigen, begründet Danker mit dessen „republiktreuer Arbeit“, erlittener NS-Verfolgung und einer „vergleichsweise zurückhaltend formulierten Kooperationsbereitschaft“.

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