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Kiel Wie wäre es mit Holstenfleet?
Kiel Wie wäre es mit Holstenfleet?
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07:00 14.07.2016
Von Martina Drexler
So könnte der Kleine Kiel-Kanal nach Vorstellungen der Planer vom Bootshafen aus aussehen. Doch wie soll das Gewässer heißen? Quelle: LH Kiel
Kiel

Viele Leser aus Kiel, aber auch aus der Region griffen die Idee begeistert auf und reagierten mit kreativen Vorschlägen von „Sprottenrinne“ bis „Langer Kiel“. Am häufigsten wünschten sie sich eine Verbindung mit Holsten wie Holstenfleet oder Holsten-Kanal.

Es waren die Stadtplaner, die als Erste während der Präsentationen des heftig umstrittenen Projekts, das die historische Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel wieder herstellen soll, vor fünf Jahren den Namen Kleiner Kiel-Kanal fallen ließen. „Es war lediglich ein Arbeitstitel“, erinnert sich Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) und kündigt an, wenn das Projekt weiter fortgeschritten ist, die Bürger wie die Kieler Nachrichten um Vorschläge zur möglichen Umbenennung zu bitten. Anwohner wie Wolfgang Erichsen, Inhaber der Buchhandlung Erichsen&Niehrenheim, sowie Uwe König, Sprecher des Förderkreises Altstadt, haben sich dagegen schon längst an die Bezeichnung gewöhnt und können mit ihr gut leben.

"Kleiner Bruder" des Kiel-Kanals

Das findet auch Leser Philipp Stahl: Es handele sich um den „kleinen Bruder“ des großen Kiel-Kanals und sei eine Wasserverbindung, die zum Kleinen Kiel führt. Alternativ könne man das Projekt nach einer Persönlichkeit benennen wie zum Beispiel nach Kiels Ehrenbürger Berthold-Beitz-Bach. Mit der Meinung steht er nicht allein: Ein anderer Leser wünscht sich den Namen „Heinz Reincke-Ufer“ nach dem gebürtigen Kieler Schauspieler Heinz Reincke.

Christel Loges bezieht dagegen den Standort ein und rät zum „Altstadtkanal“, während Jürgen Metzer gleich drei Vorschläge parat hat: Kielwasser, Holstenwasser und Holstengraben. Dass die Wasserbecken in der Holstenbrücke eingelassen werden, griffen die meisten Leser auf. Holstenkanal rangiert dabei weit oben: Den Namen favorisieren Klaus Stender, Götz Simon Holtorf, Claudia Hahn und Uwe Loehner. Von „Holstenwader“ spricht Sigrid Vargas, die Bezeichnung Holsten-Terrassen gefällt Clausio Conrad. Per Mail erreichte die Redaktion dreimal der Vorschlag Holstenfleet.

Wasserspiele in der Innenstadt, verweilen an bepflanzten Freiflächen und bummeln über Holzbelag: So manche Kieler hatten wohl die Idylle an Wasserläufen in holländischen Städten vor Augen, als sie Umbenennungen wie Holsten-Gracht, Kieler-Gracht oder Förde-Gracht vorschlugen. Auch die Rückbesinnung auf die Gründung Kiels im 13. Jahrhundert als Holstenstadt tom Kyle spiegelt sich in den Reaktionen wider: Sebastian Bruns, der das Projekt ausdrücklich begrüßt, nennt die Bezeichnung „Holstenflies tom Kyle“ als Alternative. Markus Jepsen bringt den „Kanal tom Kyle“ in die Diskussion, Michael Theurin „Tom Kyle Fleet“.

Auch Spottnamen gefunden

Auch die Gegner haben schon längst andere Namen für den unbeliebten Kleinen Kiel-Kanal gefunden. Während Wirtschaft, Stadt und politische Mehrheit von SPD, Grünen und SSW die Fertigstellung des Projekts als Zukunftsinvestition für die dringend nötige Belebung der Innenstadt herbeisehnen, ist er etlichen Bürgern als zu teuer und überflüssig ein Dorn im Auge. Ein Leser schlug den Begriff „Blaumilchkanal“ in Anlehnung an die Bürokratie-Satire von Ephraim Kishon vor. Das erste Mal tauchte der „Blaumilchkanal“ in der Haushaltsdebatte im Dezember 2012 auf, als CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Kruber über das „müffelnde Wasserbecken“ spottete und forderte, das Geld lieber gleich in die Umgestaltung der Holstenstraße anzulegen. Leser Rolf Nüss kritisiert das Projekt als „Schildbürgerkanal“, Lorenz Kramp als einen „Überflusskanal“. Ein Eckernförder schlug vor, alle zwei Jahre die Namens-Patenschaft an Kieler Firmen zu vergeben, die dann auch die Betriebskosten für die Zeit übernehmen: Für die Paten solle man Partys ausrichten und eine Ehrentafel aufstellen.

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