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Kiel Senioren-Wohnanlage stößt auf Kritik
Kiel Senioren-Wohnanlage stößt auf Kritik
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09:28 25.06.2013
Von Ingrid Haese
Auf dem 3000 Quadratmeter großen städtischen Baugrundstück soll die Wohnanlage entstehen. Derzeit befindet sich dort ein Parkplatz, ein Spielplatz und eine Rasenfläche. Quelle: Ingrid Haese
Kiel

Der Ortsbeirat setzt sich seit Jahren auf Drängen von Bürgern und mit Blick auf den demografischen Wandel dafür ein, in Wellsee senioren- und behindertengerechten Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen. Sein Engagement begründete er unter anderem damit, älteren Bürgern in Wellsee, die in eine barrierefreie Wohnung umziehen möchten oder müssen, eine solche in ihrem vertrauten Stadtteil anbieten zu können. Die Stadt Kiel hatte dem Ortsbeirat zwei freie Baugrundstücke genannt, wobei eine Fläche zwischen Wellseedamm und Kölenberg aufgrund ihres abschüssigen Geländes schnell aus dem Rennen gewesen war.

 Auf dem verbleibenden 3000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Segeberger Landstraße und Buschkoppel, auf dem zurzeit ein Parkplatz, ein Rasen und ein Spielplatz zur Verfügung stehen, könnten barrierefreie Wohnungen entstehen. Architekt Horst Diekmann, Geschäftsführer der Winga Immobilien Entwicklung GmbH, hatte im vergangenen Monat seine Pläne für ein auf Säulen errichtetes Laubenganggebäude mit Atrium, offener Parkebene und Platz für bis zu 60 Wohneinheiten, die sich auf drei Geschosse verteilen, vorgestellt (wir berichten).

 Auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung brachten Bürger, darunter viele Anwohner, jetzt ihren Unmut zum Ausdruck. Wellsee benötige keine Seniorenwohnungen, bei Bedarf sollten private Hausbesitzer ihre Immobilie samt Grundstück selbst barrierefrei umbauen, hieß es beispielsweise. Andere kritisierten den geplanten Neubau als zu hoch, befürchteten, angrenzende Immobilien könnten beeinträchtigt werden und im Wert fallen. Wellsees einzige „grüne Lunge“ dürfe nicht wegfallen, war ein weiteres Argument gegen den Bau einer Wohnanlage. Der Spielplatz und die Parkplätze müssten erhalten bleiben, forderten andere. Mit der Begründung, die Wellseer sollten erst gefragt werden, ob die Anlage gewollt sei, regte ein Besucher eine Unterschriftenaktion an.

 „Wir haben das Seniorenwohnen-Projekt auf den Weg gebracht, weil es in Wellsee keine seniorengerechten und auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zugeschnittenen Wohnungen gibt“, erläuterte Ortsbeiratsvorsitzende Beate Friedrichs (SPD). Sie schlug vor, an das Votum des Ortsbeirates für den Neubau Bedingungen zu knüpfen. Der Ortsbeirat hielt fest, der Spielplatz solle erhalten bleiben. Außerdem sollten zusätzliche Parkplätze ausgewiesen werden. Bäume mit Bestandsschutz sollten nicht gefällt werden. Die maximale Gebäudehöhe solle sich am Apotheken-Gebäude in der Segeberger Landstraße 81 orientieren. Hans Martin Itzke (CDU) plädierte dafür, der Ortsbeirat solle sich nochmals mit dem Architekten in Verbindung setzen, das Thema erneut diskutieren und dann einen Beschluss fassen. Ute Ruß (Bündnis 90/Die Grünen) forderte: „Wir sollten uns nicht auf einen Investor reduzieren lassen, sondern eine öffentliche Ausschreibung machen lassen.“

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