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Kiel Stadt will Bürger sensibilisieren
Kiel Stadt will Bürger sensibilisieren
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14:22 09.08.2019
Von Petra Krause
Rattenbekämpfungskampagne in Kiel: Christoph Cassel und Frank Festersen vom Ordnungsamt, Björn Ihloff von der Agentur Magenta und Rolf Eichholz vom ABK (von links). Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Exakte Zahlen über die Rattenpopulation gebe es in Kiel nicht. Rattenzählungen könne man aufgeben, sagte Ordnungsamtsleiter Frank Festersen, der auf mögliche Doppelzählungen anspielte. Dennoch gehen beim Bürger- und Ordnungsamt Rattenmeldungen aus dem ganzen Stadtbereich ein, ein Schwerpunktgebiet ist der Stadtteil Gaarden. 2017 waren es 197 und im Jahr 2018 mit 189 etwas weniger registrierte Rattenfälle. In diesem Jahr liegt die Zahl zum aktuellen Zeitpunkt bei 173 Meldungen.

Rattenvorkommen hängt vom menschlichen Verhalten ab

Festersen machte mehrfach deutlich, dass das „Rattenvorkommen, an unserem Verhalten liegt. Unser Abfall ist deren Nahrung“. Ratten in der Kanalisation seien zum Beispiel von je her ein Problem. „Es ist ein ideales Rückzugsgebiet mit Nahrung.“ Bisher gebe es noch keine verletzten Menschen. Dagegen sprechen allerdings die Erfahrungen der Müllwerker, die sich inzwischen nach unangenehmen Rattenkontakten „die Hosenbeine zubinden“, so ABK-Sprecher Rolf Eichholz. Bis Ende Juni haben die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Kiel bereits 71 Rattenkontakte gemeldet – „davon etwa die Hälfte in Gaarden“. 2018 waren es insgesamt 87 Vorfälle. Auch die Zahl der wegen Rattenfraß ausgetauschten Müllbehälter habe zum jetzigen Zeitpunkt schon den Stand von 2018 erreicht.

Nulldiät für Ratten

Um die Kieler für die Rattenproblematik erneut zu sensibilisieren, wurde nach einer Ausschreibung die Agentur für Unternehmenskommunikation Magent beauftragt, ein neues Konzept zu entwerfen. „Der alte Flyer kam nicht an“, gesteht Ordnungsamtsleiter Frank Festersen. Der Neue mit der englischen Botschaft „Don’t feed rats“ sowie vier verschiedenen Plakatmotiven kommt deutlich moderner daher. Die Botschaft ist klar: „Nulldiät für Ratten“. In einfacher Bildsprache werden auf dem Cover der Flyer und den Plakaten die „No Gos“ bei der Rattenvermeidung gezeigt. Keine Abfallreste ins Klo, keine Tiere füttern, kein Müll neben Abfalltonnen stellen oder Essensreste – auch kein Obst – in Grünanlagen schmeißen. „Die Bilder funktionieren auch nonverbal“, sagt Magenta-Gesellschafter Christopher Lenschau. Die Erklärungen dazu gibt es in acht Sprachen im Inneren des Flyers. 

Tonnenpost vom ABK

Die Plakate werden in einer ersten Phase bis Mitte September großflächig aufgehängt und Flyer verteil, dazu kommen Online-Banner in den sozialen Medien. Im zweiten Schritt soll es eine „zielgruppendifferenzierte Ansprache“ geben. Damit gemeint sind beispielsweise Gastronomen, Marktbeschicker oder Schulen. Auch eine sogenannte „Tonnenpost“ soll es geben. Bei entsprechenden Vorfällen werden Zettel an die Tonnen gehängt, mit der Aufforderung an den Vermieter zu handeln – im Falle von Beistellmüll zum Beispiel eine Tonne mehr zu bestellen. Festersen machte klar: „Wer den Aufforderungen der Stadt nicht nachkommt, den werden wir mit unseren Mitteln ärgern.“ 

Weitere Informationen zum Thema Rattenbekämpfung und Tipps zum Nahrungsentzug für Ratten stehen hier.

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