Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Kiel hinkt beim Wohnungsbau hinterher: Letzter Platz
Kiel Kiel hinkt beim Wohnungsbau hinterher: Letzter Platz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:08 03.09.2019
Von Heike Stüben
In Kiel entstehen an vielen Stellen neue Wohnhäuser. Das ist der aktuelle Eindruck. Doch zumindest für 2018 fällt die Statistik bescheiden aus. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Kiel

In der Landeshauptstadt Kiel wurden demnach 2018 insgesamt 465 Wohnungen durch Neu- oder Umbau fertiggestellt. Das ist überraschend wenig - nicht nur angesichts des hohen Wohnungsbedarfs, sondern auch wegen der Vorjahresbilanz. Ende 2017 waren bereits 1182 Wohnungen genehmigt, aber der Bau noch nicht begonnen oder nicht fertiggestellt. Diese Wohnungen hätten also 2018 zum Großteil fertig werden müssen.

Es hakt nicht bei den Baugenehmigungen

Dass der Neubau bisher meist nicht realisiert wurde, liegt also offenbar nicht an einer schleppenden Bearbeitung durch die Stadt Kiel. Insider nennen als Gründe für die verzögerte oder fehlenden Umsetzung von Baugenehmigungen fehlende Kapazitäten in der Baubranche, fehlenden Bausand, aber auch Spekulationen mit potenziellen Baugrundstücken.

Baukosten massiv gestiegen

Klar ist: Je später gebaut wird, desto teurer wird es. Wurden 2004 für Neubauten laut Statistikamt noch 212 Euro pro Kubikmeter Neubau veranschlagt, waren es 2018 bereits 309 Euro – eine Steigerung um fast 50 Prozent.

Fest steht aber auch, dass 2018 in Flensburg mit 938 Wohnungen deutlich mehr neuer Wohnraum geschaffen worden ist. Legt man die Einwohnerzahlen zugrunde, dann schneidet Kiel eindeutig am schlechtesten unter allen Kreisfreien Städten und allen Kreisen ab.

Interaktive Grafik: Wohnungsneubau in Schleswig-Holstein

Relativ wurde in Neumünster, Lübeck, Flensburg mehr gebaut

Je 1000 Einwohner wurden in Kiel nur 1,6 Wohnungen fertiggestellt, in Lübeck waren es 1,9 Wohnungen, in Neumünster 2,1 und in Flensburg sogar 9,3 – fast sechsmal so viel wie in der Landeshauptstadt Kiel.

Spitzenreiter bei den Kreisen ist Nordfriesland (7 Wohnungen pro 1000 Einwohner). Im Kreis Segeberg gab es 4,4 neue Wohnungen, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 3,7 und im Kreis Plön 3,5 je 1000 Einwohner. 

In Kiel fehlen vor allem kleine Wohnungen 

Bei den Wohnungen, die 2018 in Kiel entstanden sind, handelt es sich vor allem kleine Wohnungen mit ein oder zwei Zimmern (47 Prozent). Dabei zählt die Statistik allerdings auch die Küche als Raum mit. 37 Prozent der neuen Wohnungen haben drei bis vier Zimmer. 16 Prozent sind noch größer.

In Kiel fehlen vor allem kleine Wohnungen für die hohe Zahl an Single-Haushalten, aber auch sehr große Wohnung für Familien mit mehreren Kindern. Trotz der neuen kleinen Wohnungen haben insgesamt nur 19 Prozent der Wohnungen ein oder zwei Zimmer. Drei-Zimmerwohnungen nach wie vor am häufigsten (31 Prozent), gefolgt von Vier- und Fünf-Zimmerwohnungen (jeweils rund 25 Prozent). 

Im Schnitt hat der Kieler 39 qm Wohnfläche

Gut jede fünfte Wohnung befindet sich in einem Ein- oder Zweifamilienhaus. In Kiel gab es Ende 2018 insgesamt 134831 Wohnungen für die 247548 Einwohner.

Im Durchschnitt ist eine Wohnung knapp 72 Quadratmeter groß. Pro Person stehen im Schnitt 39 Quadratmeter zur Verfügung. Das ist weniger als in Flensburg (41), Neumünster (43), Flensburg (44) und allen in den Kreisen. Am meisten Wohnfläche haben die Menschen in Nordfriesland mit durchschnittlich 58 Quadratmetern. Im Kreis Segeberg sind es fast 47 Quadratmeter, im Kreis Plön und im Kreis Rendsburg-Eckernförde jeweils fast 51 Quadratmeter.

12000 neue Wohnungen in Schleswig-Holstein

Insgesamt wurde 2018 in Schleswig-Holstein der Bau von 14727 Wohnungen genehmigt. Bauherren waren zu 49,3 Prozent Privathaushalte, zu 45,2 Prozent Wohnungsunternehmen und Immobilienfonds und zu 5,5 Prozent die öffentliche Hand. Fertiggestellt wurden 2018 in Schleswig-Holstein 12025 Wohnungen. Das sind 53 mehr als 2017.

Mehr Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Kiel Neue Wohnungsgesellschaft Das Fundament zum Aufbau ist gelegt

Der Aufbau einer Kieler Wohnungsgesellschaft (Kiwog) geht weiter voran. Der Ausschuss für Soziales und Wohnen beschloss die Gründung der GmbH & Co. KG einschließlich eines erstmals vorgelegten Gesellschaftsvertrags. Als Gründungskapital gibt es eine Million Euro von der Stadt.

Jürgen Küppers 03.09.2019

Die Feuerwehr in Kiel musste in der Nacht zu Dienstag im Schusterkrug ein brennendes Auto löschen. Da es in der Alarmierung hieß, der Wagen stünde dicht an einer Hauswand, rückte ein ganzer Löschzug aus. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen noch.

03.09.2019

Der Zuspruch von Unterstützern in Kiel könnte Tim Bielinski vom Sandhafen zuversichtlich stimmen. Doch trotz erfolgreicher Solidaritäts-Party am Freitag nach der Brandstiftung an der Strandbar in der Förde machen ihm düstere Aussichten für die Sanierung Sorgen. Er hofft aber auf die Ermittlungen.

Niklas Wieczorek 03.09.2019