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Kiel Neuer Ärger um das Freibad Katzheide
Kiel Neuer Ärger um das Freibad Katzheide
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10:00 11.07.2019
Von Michael Kluth
Ein Luftbild vom Freibad Katzheide in Kiel-Gaarden: Die Becken sind nur aus Sicherheitsgründen mit Wasser gefüllt. Die Stadt schließt einen Betrieb des Sommerbades derzeit aus. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Zuvor hatte das Rechnungsprüfungsamt der Stadt sein Veto eingelegt. Es rügt sowohl die Ausschreibung als auch das einzige Angebot einer Baufirma aus Kiel als mangelhaft. 

Sanierung des Freibads Katzheide: Zweifel am Zeitplan

Teilnehmer der Finanzausschusssitzung zweifeln nun an einer Sanierung des Sommerbads Katzheide noch in diesem Jahr. Die Stadt hatte das beliebte Freibad für die Saison 2019 wegen der geplanten Sanierung geschlossen. 

Auf die Frage, ob es wie versprochen zur Saison 2020 wieder geöffnet werden kann, sagt Stadtrat Christian Zierau nur: „Ich habe mit Stand heute keine anderen Erkenntnisse.“ Zierau vertritt zurzeit den zuständigen Stadtrat Gerwin Stöcken.

Stadt Kiel hat es eilig

Dass tatsächlich eine Verzögerung droht, zeigt sich schon daran, dass die Stadt jetzt sehr aufs Tempo drückt. Der Finanzausschuss musste nur wegen Katzheide zur Sondersitzung in den Sommerferien zusammentreten. Auf die reguläre Sitzung am 13. August zu warten, „hätte zur Konsequenz, dass die rechtzeitige Fertigstellung zur Saison 2020 nicht umgesetzt werden könnte“, schreibt das Sportamt in seiner Beschlussvorlage.

Der Beschluss

Der Beschluss

Der jüngste Beschluss des Finanzausschusses zur Sanierung des Sommerbades Katzheide hat folgenden Wortlaut: „Die ursprüngliche Ausschreibung ist aufzuheben und im Anschluss eine freihändige Vergabe durchzuführen. Der Auftrag ist der Firma ..., Kiel, unter dem Vorbehalt, dass das Rechnungsprüfungsamt der freihändigen Vergabe ohne Preisumfrage zustimmt, in Höhe von 1 306 214,84 Euro brutto zu erteilen.“ Das Protokoll der nichtöffentlichen Sitzung vermerkt dazu: „Einstimmig beschlossen“.

Der Ausschuss hat nun beschlossen, dass der Auftrag schnell freihändig vergeben wird – direkt an dieselbe Firma, die sich als Einzige auf die Ausschreibung beworben hatte, und zum selben Preis: 1306214,84 Euro. Das Bauhauptgewerk umfasst Abbruch-, Beton-, Erd- und Rohrleitungsarbeiten. 

Sanierungskosten sind gestiegen

Die komplette Sanierung kostet nach Angaben der Stadt von Anfang 2019 insgesamt 2,13 Millionen Euro. In der Kostenschätzung 2017 war die Verwaltung noch von 1,8 Millionen Euro ausgegangen.

Das Rechnungsprüfungsamt führt in seiner dreiseitigen Mängelliste eine Fülle von Beanstandungen auf, nach denen das Ausschreibungsverfahren offenkundig nicht zu halten war. Die Rettung in eine freihändige Vergabe hat laut Beschlussvorlage formale und zeitliche Gründe. 

Danach hatte die Baufirma im Einvernehmen mit der Stadt das Angebot an wichtiger Stelle nachträglich korrigiert. Das Rechnungsprüfungsamt sieht indes rechtlich „keine Möglichkeit, auf ein verändertes Angebot den Zuschlag als Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung zu erteilen“, heißt es. 

Eine neue Ausschreibung indes würde die Sanierung endgültig so weit verzögern, dass der Eröffnungstermin Frühjahr 2020 für das Freibad nicht zu halten wäre. Deshalb soll die Baufirma nun freihändig zum Zuge kommen.

Umstrittene Schließung

Umstrittene Schließung

Die Schließung des Freibads Katzheide in diesem Jahr ist umstritten. Der Verein „Katzheide Ja!“ bezweifelt, dass die Sanierung 2019 überhaupt starten kann. Er verdächtigt die Stadt, das Bad nur aus Kostengründen geschlossen zu halten. Stadtrat Gerwin Stöcken weist das zurück. Der Ortsbeirat Gaarden war zuletzt mit einem Antrag im Rat gescheitert, sofort mit der Sanierung zu beginnen oder das Freibad sofort wieder zu öffnen. Für zusätzlichen Unmut sorgt die Sperrung des Sportbeckens im neuen Hörnbad, das für Gaardener eine Ausweichmöglichkeit wäre, aber just jetzt wochenlang nachgebessert wird.

Noch ist unklar, wie es weitergeht

Unklar ist jedoch noch, ob die Baufirma ihr Angebot unter den neuen Umständen überhaupt aufrecht erhält. Und ob das Rechnungsprüfungsamt der nunmehr freihändigen Vergabe schließlich zustimmt. Im Protokoll der Ausschusssitzung steht: „Stadtrat Zierau sagt zu, dass die Bedenken des Rechnungsprüfungsamtes bei der neuen Vergabe berücksichtigt werden und das Rechnungsprüfungsamt beteiligt wird.“ 

Zierau verweist auf Nachfrage darauf, dass die Verwaltung zu nichtöffentlichen Vergabevorgängen nichts mitteilen könne. Auch die Baufirma wollte sich nicht äußern. 

Freibad Katzheide: Wasser stabilisiert die Becken von innen

Immerhin erklärte Zierau, warum die Becken voller Wasser sind und das Freibad trotzdem nicht vorläufig geöffnet wird. Das Wasser stabilisiere nur die rissigen Becken von innen, sagte er. Zudem könne so niemand aus Versehen metertief ins leere Becken fallen.

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