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Kiel Im Sockel klafft jetzt ein großes Loch
Kiel Im Sockel klafft jetzt ein großes Loch
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09:10 14.11.2013
Von Christoph Jürgensen
"Jetzt wird es spannend": Für Projektleiter Michael Kelm - hier vor dem künftigen Haupteingang - und seine Mitarbeiter ist der Wasserturm auf dem Ravensberg eine besondere Herausforderung. In dem kaiserzeitlichen Zweckbau sollen moderne Wohnungen entstehen. Foto cjue Quelle: Christoph Jürgensen
Kiel

Zwei Stunden hat es gedauert, bis die Hydraulikfräse ein Loch in das bis zu 180 Zentimeter dicke Mauerwerk des Sockels getrieben hat, durch das die Bauarbeiter nun in das Innere des unteren Wassertanks gelangen können. Wenn diese Öffnung zu den endgültigen Maßen aufgeweitet und in Form gebracht wird, soll eine Stahlkonstruktion darüber den Druck von oben abfangen. Sie ist bereits montiert.

 Zuvor stehen jedoch Abbrucharbeiten im Inneren des Wassertanks an. In den nächsten Wochen werden die Bauarbeiter mächtige Pfeiler aus unzähligen Backsteinen und eine dicke Gewölbedecke abreißen. Danach kann das Stahlband abgenommen werden, das den Turm im Sockelbereich umspannt und bislang „in Form“ gehalten hat. „Parallel werden wir mit den Erdarbeiten beginnen“, berichtet Projektleiter Michael Kelm. Bagger starten in den nächsten Tagen mit dem Aushub für die spätere Tiefgarage. Bald soll dann ein großer Baukran über den Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Wasserturm hinauswachsen.

 34 individuelle Eigentumswohnungen sind in und um den Wasserturm geplant bei dem gemeinsamen 14-Millionen-Euro-Vorhaben der Hamburger Projektentwicklungsfirma BPB und der GVI Immobilien GmbH Kiel. Zehn davon seien bereits verkauft, zehn weitere reserviert, so Kelm. Und an den weiteren gebe es reges Interesse.

 So einmalig wie das Wohngefühl im Turm später voraussichtlich sein wird, so einmalig sind auch die Anforderungen an die Bauarbeiten. Nachdem der Erdhügel rund um den Wasserturm abgetragen ist, geht das Projekt jetzt in die spannende Phase. Während am Fuße des Bauwerks die Tiefgarage entsteht, soll hoch oben die Dachhaut des Turmes aus Holz und Teerpappe entfernt werden. Von oben wird dann aus 42 Stahlträgern eine Abfangung für das Mauerwerk geschaffen, damit der obere Ringtank entnommen werden kann. Danach will sich das Bauteam an eine der größten Herausforderungen machen: Die „Laterne“ des Turmes, der kaiserzeitliche Dachreiter, wird abgenommen und restauriert. Er soll am Ende in ganz neuem Glanz das künftige Wohngebäude krönen.