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Kiel Schwerstarbeit für kühles Trinkwasser
Kiel Schwerstarbeit für kühles Trinkwasser
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07:24 22.06.2015
Von Günter Schellhase
Mit einem Bagger heben die Arbeiter einen tiefen Graben aus. Der ist nötig, um später die Spundwand als äußere Begrenzung des Trinkwasserspeichers setzen zu können. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Mit einem speziellen Verfahren werden derzeit die Spundwände in den Boden gedrückt. Der unterirdische Wasserspeicher soll Ende 2016 fertig sein und den Wasserspeicher in der Wik ersetzen. Der kann dann stillgelegt werden, weil er am Ende seiner Lebensdauer ist.

Ralf Meinke, Vorsitzender des Ortsbeirats Steenbek-Projensdorf, ist sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken: „Die Planungen wurden früh vorgestellt und die Bedenken der Anwohner ernst genommen und berücksichtigt“, sagte er. Für den Bau des unterirdischen Speichers musste ein kleines Wäldchen direkt an der B 76 gerodet werden. Die Projensdorfer fürchteten, dass sie dadurch dem Verkehrslärm noch mehr ausgesetzt seien. Diese Bedenken konnten ebenso ausgeräumt werden wie die gegen eine Lärmbelästigung durch die Arbeiten. „So werden die einzelnen Teile der Spundwand nicht gerammt, sondern mit einer hydraulischen Presse in den Boden gedrückt, nachdem der Boden aufgelockert wurde“, sagte Stadtwerkeprojektleiter Axel Briege.

 Der neue Wasserspeicher gehört zum Projekt Wasserversorgung der Zukunft. Auf einer Breite von 13 und einer Länge von 34 Meter entstehen zwei Behälter, die insgesamt 1800 Kubikmeter fassen. Knapp fünf Meter wird der Boden ausgehoben und das 80 Zentimeter starke Betonfundament gegossen. Auch die Seitenwände entstehen später aus Beton. „Wir müssen darauf achten, dass es keine Risse gibt, damit keine Keime ins Wasser gelangen können“, erklärte Briege. Die sogenannte Hauptschlagader mit 60 Zentimetern Durchmesser verläuft diagonal über das Gelände und wird später angezapft. Dieses Rohr kommt vom Wasserwerk in Pries. Dort wird das Wasser aus der Eiszeit aus einer Tiefe von 240 Metern nach oben gepumpt. Geplant ist, den Speicher nachts immer aufzufüllen, um morgens und abends die Verbrauchsspitzen abzudecken. 11000 Haushalt im Kieler Norden werden später damit versorgt.

 „Wir werden das Bauwerk mit einer dicken Erdschicht bedecken, damit das Wasser sich im Sommer nicht erhitzt. Sonst kann es zu Kondensbildung kommen“, erklärte der Projektleiter, auch das könne Keime freisetzen. Anschließend soll der Deckel begrünt werden. An der Seite entsteht ein Technikgebäude mit einem etwas höheren Riegel. Das war den Anwohnern wichtig, damit Radler und Spaziergänger nicht von der kleinen Brücke über die B76 in ihre Gärten gucken können. Der Speicher in der Wik wird aber erst stillgelegt, wenn die Kaverne am Professor-Peter-Platz saniert ist. Das soll im kommenden Jahr soweit sein.

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