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Kiel "Topf Secret" ärgert Kieler Gastwirte
Kiel "Topf Secret" ärgert Kieler Gastwirte
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15:07 16.02.2019
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Ein Lebensmittelkontrolleur überprüft bei einer Betriebskontrolle die Temperatur eines Hähnchens. In Schleswig-Holstein haben die Kontrolleure in jedem fünften Betrieb etwas zu beanstanden. Quelle: Uwe Anspach
Kiel

Der Wissensdurst, wie es mit der Sauberkeit im Restaurant um die Ecke steht, ist augenscheinlich groß: Mehr als 700 Anfragen nach Kontrollberichten hat das Verbraucherschutzministerium seit Januar erhalten, im Dezember 2018 war es eine. Dass eine bundesweit einheitliche Regelung zur Kennzeichnung von Hygienemängeln fehlt, ist dem Kieler Verbraucherschutzministerium auch aufgrund der Massenanfragen bewusst: „Unterschiede zwischen Kiel und München sollte es dabei nicht geben, daher ist zunächst der Bund gefragt. Parallel prüfen wir auch eine schleswig-holsteinische Lösung“, sagt Ministerin Sabine Sütterlin-Waack.

Kampagnenchef: Portal ist eine Notwehrmaßnahme

„Die Menschen in Schleswig-Holstein wollen wissen, wie es um die Hygiene im Lieblingsrestaurant oder beim Bäcker um die Ecke bestellt ist“, sagt Arne Semsrott vom Kampagnen-Mitinitiator Frag den Staat. Foodwatch-Kampagnenchef Oliver Huizinga wird deutlicher: „,Topf Secret’ ist eine Notwehrmaßnahme. In anderen Ländern ist es selbstverständlich, dass Verbraucher die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen erfahren, und zwar direkt an der Ladentür vor jedem Lokal.“

Dehoga: Das Portal ist eine populistische Maßnahme

Das sieht Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des schleswig-holsteinischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), ganz anders. Das bestehende System und die Kontrolldichte durch die Ordnungsämter seien völlig ausreichend, um Hygienemängel erkennen und beseitigen zu können. Das Internet-Portal lehnt er ab: „Das ist eine populistische Maßnahme, die nicht zielführend und datenschutzrechtlich bedenklich ist.“

Die Online-Plattform „Topf Secret“ verärgert Kieler Gastwirte: Sollten die Ergebnisse von Hygienekontrollen in Restaurants, Bäckereien und Lebensmittelbetrieben für jedermann zugänglich sein?
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Verbraucherzentrale: Nationales Transparenzsystem notwendig

Gudrun Köster, Expertin für Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, fordert ein bundesweit einheitliches Transparenzsystem auf Basis nationaler Gesetze. „Die Verbraucher sollen direkt an der Restauranttür erfahren – zum Beispiel in Form eines Barometers, eines Smileys oder einer Ampel –, wie es um die Hygiene im Betrieb bestellt ist.“ Weil Lebensmittelkontrollen jedoch „eine Vielzahl von Einzelaspekten“ erfassten, sei es nicht ganz leicht, das auf einfache Ampeln, Smileys oder dergleichen zu übertragen, sagt Verbraucherschutzministerin Sütterlin-Waack: „Hier kann es nämlich schnell zu Missverständnissen kommen. Betriebe dürfen nicht zu Unrecht an den Pranger gestellt werden."

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