Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Awo Kiel will in Wohnungsbau einsteigen
Kiel Awo Kiel will in Wohnungsbau einsteigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:30 26.01.2020
Von Martin Geist
Aus alter Tradition bat der Kieler Awo am Sonntag zu ihrem Neujahrsempfang in die Räucherei. Quelle: Martin Geist
Kiel

Feine Klänge von Pianist Georg Schroeter und ein deftiger Eintopf aus angeblich Glück bringenden Linsen, das gehört traditionell zum Awo-Neujahrsempfang. Am Sonntag klang in der Räucherei außerdem noch ein bisschen Zukunftsmusik mit. Die entsprechenden Töne hatte Sozialdezernent Gerwin Stöcken angeschlagen, indem er die Awo aufforderte, nicht nur über die Bedeutung von bezahlbarem Wohnen zu reden, sondern auch handfest etwas dafür zu tun. Im Umfeld des Stammsitzes Räucherei gebe es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, entsprechend aktiv zu werden, betonte Stöcken und forderte die Awo auf, das Thema Wohnungsbau „in diesem Jahr wenigstens grundsätzlich anzugehen“.

Hier könnte die Awo Kiel bauen

Für Kreisvorsitzende Gesa Langfeldt war das eine willkommene Vorlage, denn sie konnte verkünden: „Wir machen schon.“ Konkret handelt es sich um das im Grunde baufällige Haus Preetzer Straße 33, das unmittelbar ans Räucherei-Gelände angrenzt. Bisher hat die Awo darin unter anderem ihren Mädchen- und Frauentreff untergebracht, in einem mehrstöckigen Neubau könnten Räume für die soziale Arbeit, aber auch Wohnungen geschaffen werden. Wann und in welcher Form ein solches Projekt realisiert werden kann, steht laut Langfeldt allerdings noch nicht genau fest.

Weiteres Potenzial böte der Jugendwerkhof im ebenfalls an die Räucherei grenzenden Steinmarderweg. Der Standort ist nach Angaben der Kreisvorsitzenden zwar ins Visier genommen, eignet sich aber womöglich nicht kurzfristig zur Bebauung, weil sonst die Rückzahlung von Fördermitteln drohen könnte.

Stadt zeigt Interesse an leerstehendem Haus

Unterdessen zeigt die Stadt Kiel Interesse am Haus Kirchenweg 34, das sich wiederum direkt an der Ecke Steinmarderweg befindet. Das inzwischen leerstehende Gebäude hatte bis zum Jahr 2015 den Rang eines Politikums, weil es stark überbelegt war und die Zimmer einzeln an Familien aus Bulgarien und Rumänien vermietet wurden, ehe die Stadt mit baupolizeilichen Mitteln einschritt. Zusammen mit dem großen Garten an der hinteren Seite des Hauses könnte ein recht großes Baugelände für die jüngst gegründete kommunale Wohnungsbaugesellschaft gewonnen werden. Spruchreif ist nach Darstellung von Gerwin Stöcken aber auch in diesem Fall noch nichts, aktuell sei man dabei zu ermitteln, wem das Haus zurzeit gehört.

Ungewöhnlich war bei dem Empfang nicht nur dieser inhaltliche Schwerpunkt, sondern auch der Rückblick aufs Jahr 2019. In Form eines vielbeklatschten kurzen Films erinnerte Jens Lankuttis vom Kinder- und Jugendbauernhof Mettenhof an die zahlreichen Aktionen der Kieler Awo zum 100-jährigen Bestehen ihres Bundesverbands. Lob dafür äußerte gestern auch Wilhelm Schmidt. Der Bundesvorsitzende der Awo war der prominenteste Gast und richtete mahnende Worte an die Politik. „Längst noch nicht vollendet“ sei der Sozialstaat, der vielmehr immer wieder neu austariert werden müsse. Schon die Tatsache, dass im reichen Deutschland jeder sechste Mensch als arm gilt, ist aus Sicht von Schmidt Beweis genug, dass es hierzulande ein gravierendes Gerechtigkeitsproblem gibt.

Im April feiert die Kieler Awo ihr 100-jähriges Bestehen

 Unterschätzt werden dürfe dies auf keinen Fall, betonte der höchste Repräsentant der Awo, die in Kiel 950 und in ganz Deutschland 320 000 Mitglieder hat. Ein gut funktionierender Sozialstaat, der den Menschen die Angst vor einem Sturz ins Bodenlose nimmt, sollte nach Meinung von Schmidt als „Säule der Demokratie“ betrachtet werden.

Als Säule der Kieler Sozialpolitik will sich die Awo indes in diesem Jahr ganz besonders präsentieren, denn sie hat den 100. Jahrestag der Gründung ihres Kreisverbands zu feiern. Gewürdigt werden soll das unter anderem mit einem großen Festakt am 26. April.

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Kiel Rhenania Carneval Club Gerd Hausotto zum Ritter geschlagen

Der Kieler Gerd Hausotto ist „für seinen Humor und seine Menschenfreundlichkeit“ zum Ritter geschlagen worden, genauer zum Ordensritter der „Amici Laetitiae“, der Freunde des Frohsinns – ganz in der närrischen Tradition des Rhenania Carneval Clubs (RCC), des 1. Kieler Carneval-Vereins von 1902.

26.01.2020

Die CDU hat den Anspruch, in Kiel den nächsten Oberbürgermeister zu stellen. Das sagt der neue Kieler Kreisvorsitzende, der Landtagsabgeordnete Tobias von der Heide (35), in seinem ersten Interview nach seiner Wahl.

Michael Kluth 26.01.2020

Stöckchen holen, einem Ball hinterherjagen, überall schnüffeln: Hunde sind verspielte Tiere, die viel Auslauf brauchen. In Kiel müssen sie jedoch oft an die Leine genommen werden. Eine Ausnahme sind die offiziellen Auslaufflächen. Wir zeigen in einer Karte, wo Ihr Hund nach Herzenslust toben darf.

KN-online (Kieler Nachrichten) 26.01.2020