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Kiel Der ferne Osten mausert sich
Kiel Der ferne Osten mausert sich
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08:34 07.01.2014
Von Volker Rebehn
Es ist das „Kraftzentrum“ am Schwentinenordufer: die Fachhochschule (Mitte), der Ostuferhafen (rechts) und der Heikendorfer Weg mit den Kliniken (links); oben am Schwentinesüdufer in Wellingdorf das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (links) und der Seefischmarkt. Quelle: vr
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„Leuchtturmprojekte“ wie die Ansiedlung der Fachhochschule Kiel auf dem ehemaligen Werftgelände, der Ostuferhafen, die international geschätzten Kliniken am Heikendorfer Weg, die Neugestaltung der Schwentinemündung oder der Umbau des Stadtteilzentrums am Langen Rehm sind deutliche Signale für den Strukturwandel in Neumühlen-Dietrichsdorf. In diesen Bereichen pulsiert das Leben. Drumherum scheint man nur wenig Notiz davon zu nehmen. Immerhin: Auch wenn dieses Potenzial noch nicht erkannt und ausgeschöpft ist, zeichnet sich eine positive Entwicklung ab – wenn auch in kleinen Schritten.

 So haben sich zahlreiche Neumühlen-Dietrichsdorfer im vergangenen Jahr aktiv an der Zukunftsplanung ihres Stadtteils beteiligt. Ihre Überlegungen sind mit eingeflossen in den Sozialraumbericht Ost, in dem eine umfassende Situationsanalyse sowie Handlungsschwerpunkte für die Weiterentwicklung der Stadtteile Neumühlen-Dietrichsdorf, Ellerbek und Wellingdorf dargestellt werden. Dieser Bericht soll in einer nächsten gemeinsamen Sitzung beider Ortsbeiräte vorgestellt werden.

 Ganz oben auf der Wunschliste der Neumühlen-Dietrichsdorfer steht dabei die Sanierung der vielen leerstehenden Wohnungen in den Häuserzeilen. Während auf dem Kieler Westufer vor allem in der Innenstadt Wohnraummangel herrscht und dort in diesem Jahr zahlreiche Neubauvorhaben gestartet werden, passiert auf der anderen Fördeseite wenig. Die Folge: Während die Stadt Kiel als Ganzes von einem Bevölkerungszustrom profitiert und erstmals seit 17 Jahren am 31. Dezember 2013 wieder mehr als 240000 Einwohner (240299) hat, stagniert diese Entwicklung in Neumühlen-Dietrichsdorf. Mit 11901 Einwohnern lebten dort in etwa so viele wie seit dem Jahr 2000 (exakt 11943). Die Einwohnerzahl hat sich seitdem auf diesem Niveau eingependelt. Die Prognoseentwicklung bis 2031 soll dem Stadtteil aber eine Zunahme von acht Prozent bescheren.

 Soll das gelingen, muss zum einen das Wohnungsangebot verbessert werden. Dann können möglicherweise auch mehr Studierende der Fachhochschule Kiel auf dem Ostufer gehalten werden. Geschätzt wird, dass zurzeit etwa 300 in Neumühlen-Dietrichsdorf und insgesamt 600 auf dem Ostufer eine Wohnung haben. Das ist wenig wenn man bedenkt, dass in den Semestern täglich etwa 5000 Studierende auf das Ostufer und zurück pendeln. Eine dauerhafte Verbesserung des Freizeitangebotes (Cafés, Kneipen, Sportmöglichkeiten) könnte die Attraktivität des Stadtteils erhöhen. Immerhin: Ein kleineres Studentenwohnheim wird demnächst fertig, ein weiteres ist geplant. Und die Fachhochschule selbst hat die Initiative für die „Kulturinsel Dietrichsdorf“ gestartet, die auch in diesem Jahr wieder zahlreiche attraktive Veranstaltungen verspricht.

 Neumühlen-Dietrichsdorf dürfte auch von der Weiterentwicklung der gesamten Region an der Schwentinemündung profitieren. Wenn das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung komplett auf den Seefischmarkt umgezogen ist (die Planungen laufen) dürften - zusammen mit der Fachhochschule – alleine ungefähr 2 000 Wissenschaftler und 7000 Studierende aufs Ostufer kommen. Weitere Firmenansiedlungen dürften folgen. Dieses „Kraftzentrum“ sollte eigentlich auch langfristig in die Stadtteile ausstrahlen.

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