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Kiel So wird der Stadtteil kinderfreundlicher
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07:21 06.03.2020
Von Annette Göder
Nummer eins: Der Spielplatz am Masurenring ist der Favorit der Kinder in Neumühlen-Dietrichsdorf; auch die Jungen und Mädchen der Maxi-Gruppe des ASB-Familienzentrums "Spaßbande"  besuchen ihn gern. Quelle: Annette Göder
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Die Stadt hat in Kooperationen Projekte auf dem Helmut-Hänsler-Platz, im Stadtteilzentrum „Altes Volksbad“, an der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule und der Kita „Am Wasserturm“ auf die Beine gestellt. Bei Rundgängen, Diskussionen und kreativen Workshops hatten Kinder und Jugendliche Gelegenheit, sich mit dem Stadtteil zu beschäftigen und ihre Meinung zu sagen.

Erwachsene kamen unter anderem in der „Sozialen Runde“, einem Zusammenschluss von Aktiven im Stadtteil, zu Wort. Nach Angaben von Christine Vahjen aus dem Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen haben sich 250 Teilnehmer eingebracht und 550 Stichpunkte erarbeitet.

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Beliebtester Spielplatz ist in der Mitte des Masurenrings

„Der Lieblingsort der Kinder ist der relativ neue Spielplatz in der Mitte des Masurenrings“, erläutert Vahjen ein Ergebnis. Die Gründe: „Hier halten sich viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf, sodass auch eine soziale Kontrolle gegeben ist. Außerdem sind die neuen Geräte reizvoll.“

Das Problem: Der Spielplatz, der von einer Wohnungsbaugesellschaft gebaut wurde, ist eigentlich privat. „Im Bereich Masurenring leben rund 800 Kinder, doch gerade dort hat die Stadt keine Flächen, sondern nur im weiteren Umfeld“, erklärt die städtische Mitarbeiterin. Platz zwei bei den beliebten Orten belegt ebenfalls ein privater Spielplatz an der Verdieckstraße.

Kinder wünschen sich mehr Bewegungsmöglichkeiten

„Kinder und Jugendliche wünschen sich für den Stadtteil mehr und bessere Gelegenheiten zur Bewegung“, sagt Vahjen und zählt Anregungen auf: Sport- und Fitnessgeräte wie Reckstangen, Kletterwürfel, Trampolin, Schaukel, Slackline oder Cross-Trainer. Auch der Wunsch nach einem Schwimmbad und einer Parkour-Strecke wurden laut. „Die Jugendlichen wünschen sich außerdem Sitzgelegenheiten“, berichtet Vahjen.

Bänke seien wohl zum Teil nicht mehr in gutem Zustand oder ständen nicht an den – für Jugendliche – richtigen Orten. Als Bereicherung würden Jungen und Mädchen ebenfalls einen Kiosk, ein Café, eine Stelle mit Wasserspender und Wasserelemente ansehen.

Ostring ist Barriere für Kinder

Auch Verkehr und Wege standen im Fokus. Der Ostring stelle für Kinder eine große Barriere da, so Vahjen. „Viele Kinder erachten den Übergang vom Helmut-Hänsler-Platz über den Ostring zum Nahversorgungszentrum, an dem es weder Ampel noch Zebrastreifen gibt, als gefährlich“, erläutert die Prozessbegleiterin. „Manche Autos halten, andere nicht. Es fehlt den Kindern Eindeutigkeit.“ Auch den Radweg müssen sie überqueren. „Kinder klagen über schnelle Radfahrer.“

Was sich bei den Begehungen zeigte: „Kinder sind begeistert von Ausflügen in den Stadtteil, aber sie haben relativ schlechte Ortskenntnisse, weil sie nicht mehr so viel herumstromern.“ Sie nutzten nicht den Naturraum um den Kern des Ortsteils herum. „Viele denken, dass es abseits der offiziellen Straßen unheimlich und gefährlich sei.“

Ideen werden in der Spielleitplanung zusammengefasst

Die „Spielleitplanung“, so der offizielle Begriff für die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen, steht in Zusammenhang mit dem Prozess der Sozialen Stadt Neumühlen-Dietrichsdorf, bei dem Regionen mit Entwicklungsbedarf gefördert werden. Nun sollen die nächsten Schritte folgen: Es ist vorgesehen mit den Planungen zu beginnen, wie Wünsche umgesetzt werden können. Am Freitag, 13. März, werden die Ergebnisse der „Spielleitplanung“ zunächst in einer öffentlichen Abschlusskonferenz präsentiert. Eingeladen zu der Veranstaltung im Vereinsheim Holsatia, Strohredder 17, sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt die Gelegenheit, bei Essen und Getränken von 15 bis 18 Uhr mit Vertretern aus Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen.

„Dann werden die Pläne im Ortsbeirat vorgestellt und gelangen daraufhin zur Entscheidung in die Ratsversammlung,“ erläutert Vahjen. Die Mitarbeiterin bekräftigt: „Bei einem vielfältigen Angebot, das sicher und gut zu erreichen sowie vernetzt ist, halten sich Kinder gern draußen auf.“

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