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Kiel Nicht überall Leinenzwang
Kiel Nicht überall Leinenzwang
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15:26 23.09.2009
Russee/Hammer

Auch Slogsnat räumte ein, dass das Verhalten von Hunden und Herrchen in Kiel „teilweise emotional diskutiert wird“. Seinem Vortrag stellte er deshalb voran, dass weitaus die meisten Hundehalter verantwortungs- und rücksichtsvoll mit ihren Lieblingen umgehen. Das müssen sie auch, denn im Grundsatz gilt, dass von keinem Hund eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehen darf.

Wie das im Detail umzusetzen ist, lässt sich allerdings nicht so einfach beantworten. Ein genereller Leinenzwang jedenfalls lässt sich laut Slogsnat aus dieser allgemeinen Maßgabe nicht ableiten. Als Faustregel gilt nach seinen Angaben, dass die Leinenpflicht umso lockerer wird, je ferner das betreffende Gebiet vom Stadtzentrum liegt. So gebe es in Hammer abgesehen von den reichlichen Waldflächen und dem Gehege praktisch keinen Bereich, in dem Hunde von vornherein angeleint werden müssen. Ein wohlerzogenes Tier mit erfolgreich absolvierter Hundeschule dürfe durchaus sogar frei den Wanderweg an der Eider entlanghecheln.

Angelegt werden muss die Leine dagegen auf den Zuwegen zu Mehrfamilienhäusern und in Park- oder Grünanlagen. Und da kann es kompliziert werden. Der Stadtteil Hammer etwa bietet Grün ohne Ende, von regelrecht angelegten Flächen kann jedoch angesichts der Dominanz purer Natur kaum die Rede sein. In Russee, das in seiner heutigen Form von diversen großen Baugebieten geprägt ist, sieht die Sache aber teilweise anders aus. So manche Grünanlage ist im entsprechenden Bebauungsplan entsprechend ausgewiesen und setzt der Hundefreiheit entsprechende Grenzen.

„Müssen die Hundebesitzer also mit dem Bebauungsplan unter Arm herumlaufen?“, wunderte sich Ortsbeiratsvorsitzende Ingrid Jöhnk (Bündnis 90/Die Grünen) über solche aus ihrer Sicht wenig alltagstauglichen Unterscheidungen. Selbst Experte Slogsnat räumte ein, dass die Auslegung der Vorschriften im Zweifel nicht immer ganz einfach sei. Zudem unterliege die Stadt engen gesetzlichen Grenzen. Mit dem Versuch, für ein Landschaftsschutzgebiet mit Rücksicht auf die Wildtiere eine generelle Leinenpflicht zu verhängen, sei man vor einigen Jahren beispielsweise schon einmal auf die Nase gefallen.

So manche Besucher der Sitzung im Siedlerheim von Hammer empfanden die Regelungen unterdessen als gar zu lax. Dieses Jahr seien bereits fünf Rehe von freilaufenden Hunden gerissen worden, und sie selber habe sich ebenfalls innerhalb kurzer Zeit zwei Hundeattacken ausgesetzt gesehen, klagte eine Frau. Beklagt wurde auch, dass das Rehwild im Wald immer wieder von Hunden gestört werde und deshalb in die Gärten ausweiche, wo es große Schäden anrichte.

Ortsbeirätin Astrid Petersen (SPD) mahnte trotzdem zur Zurückhaltung. „Man darf nicht so tun, als ob alle Verbrecher sind“; betonte sie. Eine Besucherin zitierte sogar das Tierschutzgesetz, wonach einem Hund „ausreichend Auslauf im Freien“ gewährt werden müsse. Mit Leine sei diese Vorgabe in aller Regel nicht zu erfüllen.

Unterm Strich lief die Debatte auf das hinaus, was Jürgen Slogsnat ganz am Anfang seines Vortrags angemerkt hatte: Hunde müssen so bewegt werden, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Egal ob mit oder ohne Leine.

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