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Kiel „Gorch Fock“: Neuer Wirbel um teure Deko
Kiel „Gorch Fock“: Neuer Wirbel um teure Deko
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14:04 18.03.2019
Von Frank Behling
Die neuen Nieten der "Gorch Fock". Sie wurden alle in Handarbeit gefertigt. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Eine genaue Summe steht noch nicht fest, da die Deko-Nieten noch nicht alle verbaut wurden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“.

1958 wurden Platten noch genietet

Beim Bau des Schiffes 1958 waren auf der Hamburger Werft Blohm + Voss die Platten der Außenhaut noch genietet worden. Bei der Sanierung ab 2016 wurde die neuen Außenhaut jedoch in Schweißtechnik montiert. Folge: Der Rumpf wurde leichter und glatter als zuvor. Da der aber auf Wunsch der Bundeswehr nach der Werftzeit später wieder so wie 1958 aussehen sollte, machte die Werft ein Angebot. Sie fertigte zum Stückpreis von 110 Euro spezielle „Deko-Nietköpfe“ an, die auf die neuen Stahlplatten der Außenhaut geschweißt wurden. Damit war die alte Unebenheit und Struktur zumindest optisch wieder hergestellt.

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Marinearsenal segnete Kosten ab

Überprüft und abgesegnet wurden die Mehrkosten für die Dekoration durch das zuständige Marinearsenal Wilhelmshaven. Da inzwischen immer mehr alte Stahlplatten durch neue ersetzt wurden, konnte auch die Herstellung der Deko-Nieten günstiger werden. Sie sollen inzwischen laut „Spiegel“ nur noch 75 Euro pro Stück kosten.

Trotz der nachträglich aufgeschweißten Deko-Nieten wird die „Gorch Fock“ wesentlich leichter als früher. Bis zu 20 Tonnen Stahl sollen nach Informationen von KN-online durch die Verwendung der Schweißtechnik eingespart worden sein. Genaue Ergebnisse zum neuen Schiffsgewicht wird es jedoch erst nach dem Aufschwimmen geben, wenn der Tiefgang abgelesen werden kann. Fehlendes Gewicht muss notfalls durch Kürzungen an der Takelage oder beim Ballast ausgeglichen werden, damit die Stabilität nicht gefährdet wird. Dafür wird die Bark nach dem Ausdocken und Setzen der Masten einem Krängungstest unterzogen.

Sanierung wieder aufgenommen

Unterdessen ist am Montag die Sanierung des maroden Segelschulschiffs wieder aufgenommen worden. "Die Belegschaft ist sehr erleichtert", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Elsflether Werft, Ralf Templin, am Montagmorgen. Nun werde mit aller Kraft daran gearbeitet, die Sanierung des Schiffes fix voranzutreiben.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich in der vergangenen Woche mit der neuen Leitung der Elsflether Werft AG auf eine Aufhebung des seit 12. Dezember geltenden Zahlungsstopps geeinigt. Das Schiff soll zunächst für 11 Millionen Euro bis zum Sommer schwimmfähig werden, danach soll die Bark für maximal 48 Millionen Euro hochseetauglich werden.

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