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Nikolaikirche in Kiel: Paten zur Rettung des Erzväteraltars gesucht

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12:03 01.01.2022
Von Christian Strehk
Pastorin Maren Schmidt und Rainer Kraatz werben um Spenden und Paten. Der „Erzväteraltar“ in der Kieler Nikolaikirche muss dringend restauriert werden.
Pastorin Maren Schmidt und Rainer Kraatz werben um Spenden und Paten. Der „Erzväteraltar“ in der Kieler Nikolaikirche muss dringend restauriert werden. Quelle: Stefanie Rasmussen
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Kiel

Der älteste Schatz der Landeshauptstadt braucht Hilfe. Der Zahn der Zeit nagt am Faltenwurf. Das Gebälk wird brüchig. Die feuchte Luft ist in diesem Fall mal nicht förderlich für den Teint. Die Farben machen keinen völlig gesunden Eindruck mehr. Blattgold platzt ab.

Die Rede ist vom Hauptaltar in der Nikolaikirche am Alten Markt. Im kommenden Jahr soll der Erzväter-Altar restauriert werden. Auch das Raum-Klima der Backsteinkirche gelte es so zu optimieren, dass ein nachhaltiger Schutz dieses Kunstschatzes gewährleistet ist, so Pastorin Maren Schmidt. Das wird wohl gut eine Million Euro kosten.

Der „Erzväteraltar“ in der Nikolaikirche Kiel

Ein „Erzväteraltar“, hier aus dem Kieler Franziskanerkloster, hat seinen Beinamen von den Darstellungen aus dem Leben der Erzväter wie Abraham, Isaak oder Jakob. Auf dem Innenflügel kommt in Kiel besonders die Josephslegende zu Ehren. Das Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler würdigt bei dem um 1460 entstandenen „prächtigen Doppelflügelschrein“ lübischer Herkunft außerdem eine ungewöhnliche Ikonographie: mit der knienden Stifterfamilie der von Ahlefeldts in der zentralen Kreuzigungsszene. Weitere Felder sind dem Marienleben, der Passion Christi, dem Pfingstwunder sowie Franziskanerheiligen und Propheten gewidmet.

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Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte 545.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes als Zuschuss für die Renovierung freigegeben. Der darf aber nur höchstens 50 Prozent der Gesamtkosten betragen. Der Kirchenkreis Altholstein muss die andere Hälfte beitragen.

Detail im „Erzväteraltar". Quelle: Kirchengemeinde St. Nikolai / Stefanie Rasmussen-Brodersen

Im Zuge des entsprechend aufwendigen Fundraisings hat man neben Benefizveranstaltungen und Spendenaufrufen auch ein weiteres Projekt gestartet: Die Pastorin und Kirchengemeinderatsmitglied Rainer Kraatz verweisen auf die Möglichkeit, Patenschaften für Teile des Altars zu übernehmen. Maren Schmidt: „Da die Nikolaikirche im Herzen der Stadt vielen Kielerinnen und Kielern viel bedeutet und ein zentraler touristischer Anlaufpunkt Kiels ist, würden wir uns über Zuspruch sehr freuen.“

Privatspender, Vereine oder Unternehmen können die Kosten der Restaurierung einer Bildtafel übernehmen und bekommen dafür eine Patenurkunde sowie eine Namensplakette in der Kirche am Alten Markt. Die erwünschte Summe läge dann zwischen 1200 (Prophetenbüste) und 15.000 Euro (Kreuzigungsszene) – je nach Größe und Platzierung der Teilfelder.

„Seit gut einem halben Jahrtausend treten Menschen in Freud und Leid vor diesen Altar und viele Kielerinnen und Kieler verbinden entscheidende Lebenssituationen mit diesem Ort: Taufen, Trauungen und Abschiede, Hoffnung auf ein Weiterleben nach den Schrecken des 2. Weltkriegs“, so Maren Schmidt, „persönliche Bitten und Fürbitten wurden durch die Jahrhunderte vor den Stufen des Altars gesprochen und in den feinen Holzritzen des kostbar bemalten Schnitzaltars förmlich konserviert.“

Der „Erzväteraltar" in der Kieler Nikolaikirche muss dringend restauriert werden. Quelle: Kirchengemeinde St. Nikolai / Stefanie Rasmussen-Brodersen

Bislang konnten schon mehr als 160.000 Euro über Spenden gesammelt werden. Aber das reiche bei weitem nicht, um die benötigte Hälfte der Gesamtrestaurierung finanzieren und Fördergelder nutzen zu können. Der Schatz braucht noch mehr Zuwendung.

Über die Patenschaften informiert Pastorin Maren Schmidt (Tel. 0151-74118358, Mail: p.schmidt@st-nikolai-kiel.de). Spenden in beliebiger Höhe sind auf dem Konto der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nikolai bei der Evangelischen Bank Kiel (IBAN: DE87 5206 0410 0206 4270 49) mit dem Verwendungszweck „Altar-Schatz“ willkommen. Für eine Spendenbescheinigung ist die Angabe von Name und Adresse wichtig. Spenden ab 100 Euro werden im Kirchraum auf Wunsch namentlich gewürdigt.

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Steffen Müller 31.12.2021
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