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Kiel Öl-Einsatz auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Kiel Öl-Einsatz auf dem Nord-Ostsee-Kanal
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15:20 07.09.2018
Von Niklas Wieczorek
Foto: Nachdem ein Frachter am Freitagvormittag Öl verlor, war die Feuerwehr Kiel am Nordhafen im Einsatz.
Nachdem ein Frachter am Freitagvormittag Öl verlor, war die Feuerwehr Kiel am Nordhafen im Einsatz. Quelle: Frank Behling
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Es handelt sich um die 87 Meter lange und 13 Meter breite "Anmare" auf dem Weg von Klaipeda (Litauen) nach Ipswich (England). Im Nord-Ostsee-Kanal fiel auf, dass das Holz-Frachtschiff eine Flüssigkeit verliert, die das Wasser verunreinigt. Gegen 11 Uhr alarmierte die Wasserschutzpolizei daher die Feuerwehr. Das Schiff lag am Kai an der Uferstraße an der Bunkerstation und übernahm Marinediesel. Die Regionalleitstelle hatte zu den genauen Ausmaßen des Öl-Austritts daher zunächst keine Angaben.

Einschlängeln des Schiffes nicht notwendig

Ein Löschzug der Berufsfeuerwehr machte sich sofort auf den Weg in den Nordhafen. Mit im Einsatz sind außerdem ein Arbeitsboot und ein Wechsellager mit Ölsperren. Zunächst war geplant, das gesamte Schiff "einzuschlängeln", so Stefan Plücker von der Feuerwehr. Doch da die Ausmaße geringer waren als zunächst befürchtet, setzten die Einsatzkräfte alles daran, das Öl schnell aufzunehmen. Bis 12 Uhr konnten sie die Verschmutzung beseitigen.

Ist es Hydraulikflüssigkeit?

Erste Beobachtungen der Wasserschutzpolizei vor Ort deuteten darauf hin, dass es sich um Hydraulikflüssigkeit aus dem Stevenrohr handeln könnte, einem Bauteil zur Befestigung der Schiffsschraube. Über eine mögliche Weiterfahrt der "Anmare" kann die Wasserschutzpolizei jedoch erst nach der Einschätzung von Experten entscheiden. Nach ersten Informationen der Polizeidirektion Kiel könnte sich das bis in den Nachmittag oder Abend hinziehen.

Sollte sich der Schadensursprung an der Schiffsschraube bestätigen, wird außerdem ein Dock benötigt, um weitere Folgen auszuschließen. Wie mit der „Anmare“ umgegangen wird, ist daher noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat dennoch Anzeige wegen Umweltverschmutzung erstattet. In dem Zuge wurde auch eine Kaution eingezogen.

Von Niklas Wieczorek und Frank Behling

Niklas Wieczorek 07.09.2018
07.09.2018
Frank Behling 08.09.2018