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Kiel Kämpfer wehrt sich gegen Hotel-Kritiker
Kiel Kämpfer wehrt sich gegen Hotel-Kritiker
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07:37 12.01.2017
Von Martina Drexler
Neue Hotels sollen die Kieler Innenstadt bereichern. Quelle: Sven Janssen (Archiv)
Kiel

Anders als beispielsweise beim Einzelhandel oder bei Spielhallen habe er als OB bei diesem Thema keine Steuerungsmöglichkeiten. Auch die Forderung, lieber stärker in den Wohnungsbau zu investieren, wies er zurück. „Die Hotelplanungen betreffen keine städtischen Grundstücke“, argumentiert Kämpfer. Es sei das gute Recht eines Eigentümers zu entscheiden, was auf seinem Grundstück gebaut werde. Ohnehin sei wegen der Nähe zum Seehafen auf den meisten Flächen, wo gebaut werden soll, gar kein Wohnungsbau möglich.

 Wie berichtet haben die Geschäftsführer von sechs Kieler Hotels (Ringhotel Birke, Kieler Kaufmann, Inter-City, Berliner Hof, B&B, Maritim) angesichts der zahlreichen Hotel-Bauprojekte in der Stadt vor einer „Katastrophe“ für die Branche und ihre Beschäftigten gewarnt. Uwe Wanger geht weiterhin von deutlich optimistischeren Bettenbedarfsschätzungen für Kiel aus. „Überrascht von der massiven Kritik“ verwies er auf eine gemeinsam abgestimmte Grundlage im Tourismus-Konzept 2012, wonach Kiel zusätzliche 1200 Betten verkraften könnte. Auch wenn sich alle bisher bekannten Projekte verwirklichten, hält er die möglichen 1000 Zimmer bis 2022 für marktverträglich. Er ist überzeugt, dass auch Kiel als Städtereiseziel für Touristen an Bedeutung gewinnen wird. Das gelte vor allem vor dem Hintergrund, dass der Deutschland-Boom nach Einschätzung der Tourismus-Experten wegen der politischen Konflikte und Kriege in anderen Urlaubsländern noch länger anhalten werde. Externe Investoren schätzten das Entwicklungspotenzial der Stadt offenbar positiv ein, sonst würden sie nicht so viel Geld in die Hand nehmen. „Das Risiko liegt doch bei denen, die kommen. Die neuen Hotels ziehen ihr eigenes Publikum an.“

 In dieselbe Kerbe schlägt auch Kämpfer. Der Verwaltungschef zeigte sich zwar verständnisvoll für die Sorgen der Kieler Hoteliers. Es sei auch „ehrenwert“, dass die Hotelbetreiber sich Gedanken um ihre Mitarbeiter machten. Aber die Hotels und Investoren müssten selbst wissen, wie weit der Markt in Kiel reicht. Eine „Verhinderungsplanung“ sei der Stadt nicht erlaubt. „Die Investoren kommen, weil sie an Kiel glauben.“

 Für die bestehenden Hotels verstärkt sich laut Wanger zwar der Wettbewerbsdruck. Doch der sei bei einigen Hotels in Kiel dringend nötig, damit diese sich bewegten und wie vorbildliche andere Häuser endlich eine Qualitätsoffensive starteten. Auch die Bedenken, dass die Preise zu tief sinken könnten, teilt er nicht: Kiel habe im nationalen Vergleich ein relativ hohes Preisniveau. „Kiel muss lernen, sich als Städtereiseziel zu begreifen.“ Gerade die Innen- und Altstadt würde immer attraktiver, glaubt er an eine „Blüte“, wenn das Holsten-Fleet und alle Bauprojekte fertiggestellt sind. Wanger verweist darauf, dass mehr Werbung auch mehr Geld kostet – Geld, das Kiel-Marketing nicht ausreichend zur Verfügung stehe. Zumindest darin sind sich die Kritiker („Herr Wanger muss mehr liefern als nur Weihnachtsmärkte“) aus der Kieler Hotelbranche mit ihm einig. „Das Marketingbudget müsste um 500 Prozent erhöht werden“, sagt beispielsweise Rainer Birke. „Das müssen wir nach außen transportieren.“

 Der OB unterstützt die Hoteliers in ihrer Forderung, Kiels Attraktivität zu erhöhen. Natürlich hätte er sich auch über ein Science-Center an der Förde gefreut. Aber auch der neue Weihnachtsmarkt, die Special Olympics, die Umgestaltung der Innenstadt und die Millionen-Investitionen in den Seehafen seien Schritte hin zu einer Stadt, die mehr Besucher anzieht. „Weitere Ideen sind jederzeit willkommen.“ Einig sind sich Kämpfer und Wanger ebenfalls mit den Kritikern, dass Kiel ein Kongresszentrum braucht. „Da sind wir dran, auch wenn es ein dickes Brett ist“, so Kämpfer. Die besondere Herausforderung sei es, so ein Zentrum wirtschaftlich zu führen. Hotelier Birke wirbt ebenfalls für eine diese Investition. „Ein Kongresszentrum am Meer – das wäre ein Alleinstellungsmerkmal.“ Auch der Universität fehle eine derartige Infrastruktur.

 Gleichzeitig deutete Kämpfer an, dass er sich sogar noch ein weiteres Hotel für Kiel wünscht. Im Segelzentrum in Schilksee könne er sich, wie ursprünglich bereits in der Olympiabewerbung vorgesehen, weiterhin einen Hotelneubau vorstellen. Das wäre auch keine Konkurrenz zu den vielen Innenstadtprojekten, über die nun diskutiert werde.

 Von Martina Drexler und Kristian Blasel

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