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Kiel Alles, nur kein Winterwahlkampf
Kiel Alles, nur kein Winterwahlkampf
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06:36 01.10.2018
Von Kristian Blasel
Winter rund ums Kieler Rathaus: Für Wahlkämpfer ist die Aussicht, bei Minustemperaturen auf der Straße zu stehen, ein Graus. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Formal ist der Zeitraum lang, in dem die nächste Oberbürgermeisterwahl stattfinden kann. Amtsinhaber Ulf Kämpfer hatte seinen ersten Arbeitstag am 22. April 2014. Die nächste Wahl kann frühestens acht Monate vor Ablauf der sechsjährigen Wahlperiode stattfinden, das wäre also im August 2019, und muss spätestens bis zum 22. März 2020 erfolgt sein.

Noch gibt es keine favorisierten Termine

Trotzdem wird die Terminsuche nicht ganz einfach: Mit der Europawahl am 26. Mai sind die Parteien bereits im Frühjahr wieder gefordert, die Sommerferien enden am 10. August. Erst dann wäre der Beginn der heißen Phase eines OB-Wahlkampfs möglich – wobei am 4. Oktober schon wieder die Herbstferien beginnen. „Es gibt noch keine favorisierten Termine“, teilte die Stadt mit.

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Oberbürgermeisterwahl im Herbst oder Winter: Was bevorzugen Sie?

Die nächste Oberbürgermeisterwahl in Kiel findet möglicherweise bereits im Herbst 2019 statt. Parteiübergreifend zeichnet sich eine große Sympathie für einen frühen Abstimmungstag ab.

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Keine Partei will im Winter um Stimmen kämpfen

Amtsinhaber Ulf Kämpfer (SPD), der bereits im Frühjahr 2016 sein Interesse an einer zweiten Wahlperiode geäußert hat, spricht sich deutlich für einen Herbstwahltermin aus. „Wenn ich erneut für das Amt nominiert werde, dann fände ich eine Wahl noch im Jahr 2019 sinnvoll. Das würde meinen Mitbewerbern und mir einen Winterwahlkampf ersparen.“ Damit liegt er ganz auf Linie mit seinen Kieler Genossen. Kreischefin Gesine Stück beispielsweise „sieht jedem Termin gelassen entgegen“, der vor dem Winter liege. Auch Grünen-Kreischef Johannes Albig und FDP-Kreischef Ingmar Soll signalisieren Zustimmung für einen frühen Wahltermin.

Von der größten Oppositionspartei ist ebenfalls kein Widerstand in der Terminfrage zu erwarten „Winterwahlkämpfe sind zur Motivation der eigenen Leute ein Problem“, sagte CDU-Fraktionschef Stefan Kruber vergangene Woche während einer parteiinternen Diskussionsrunde.

Noch ist völlig unklar, wer gegen den Amtsinhaber antritt

Völlig unklar ist derzeit noch, wer gegen Ulf Kämpfer antreten wird. Dabei könnte es durchaus sein, dass sich Grüne und Liberale von Anfang an hinter den SPD-Kandidaten stellen. Offiziell bewahren die Kreisspitzen aber noch Distanz. Es gebe „keinen Automatismus, Herrn Kämpfer mit aufzustellen“ sagt Grünen-Chef Albig. Und FDP-Chef Soll verweist darauf, dass die Frage erst im Kreisvorstand erörtert werden müsse.

Richtig Bauchschmerzen bereitet das Thema dagegen der CDU. Der heutige CDU-Fraktionschef Stefan Kruber erhielt am 23. März 2014 lediglich 28,3 Prozent der Stimmen, Kämpfer siegte bereits im ersten Wahlgang mit 63,1 Prozent – das beste Ergebnis, das ein Oberbürgermeister seit Einführung der Direktwahl im Jahr 1997 erzielt hat. „Aber es gibt keinen Grund, ihn heilig zu sprechen“, sagt CDU-Kreischef Thomas Stritzl. Am Ende gehe es darum, eine Person zu finden, bei der die Kriterien „Bekanntheit und Führungsvertrauen“ stimmen. „Dafür müssen wir den Suchkreis weit halten.“

Frank Behling 30.09.2018
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Annette Göder 30.09.2018