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Kiel Schmierereien bleiben ein Problem
Kiel Schmierereien bleiben ein Problem
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06:00 14.03.2019
Von Niklas Wieczorek
Hier sind besonders viele Graffiti, Schriftzüge und andere Zeichnungen an der Wand zu sehen: das Gebäude der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region in der Gaardener Wikingerstraße. Quelle: Frank Peter
Kiel

Heiko Wischer, Sprecher der Provinzial Nord Brandkasse, bestätigte für die Jahre 2014 bis 2017 einen Anstieg: 204 Fällen kleinerer Sachbeschädigungen (ohne Glasbruch) im Jahr 2014 folgten 203 Fälle im Jahr 2015, 212 Fälle 2016 und 257 Fälle 2017. 2018 wurde dann mit 251 Fällen der alte Höchststand fast erneut erreicht. "Man kann also sagen, dass wir 2017 einen Anstieg gegenüber dem Niveau der Vorjahre um etwa 20 Prozent hatten. Dieses im Vergleich hohe Niveau hatten wir dann auch 2018 zu verzeichnen", sagte Wischer.

Kielerin sieht mehr Schmierereien

Eine Beobachtung, die auch Christa Schröder gemacht hat: Die gebürtige Kielerin wohnt seit 2002 wieder in ihrer Heimat und glaubt, in den vergangenen Jahren eine Veränderung festgestellt zu haben. "Mir kommt es vor, als würde in Kiel ein merkwürdiges Klima entstehen", sagt die 55-Jährige. Sie sei Vermieterin und stelle zunehmend Beschädigungen fest: "Ich renoviere den ganzen Tag." Sie nehme die Tendenz wahr, Dinge kaputtzumachen. Dabei werde offenbar etwas ausgeblendet: "Die Leute bringen sich in eine unmögliche Situation: Sie zerstören ihre Mitwelt. Und Schmierereien bedeuten steigende Kosten", sagt sie. "Vielleicht sollte man die Menschen mehr auf die Konsequenzen aufmerksam machen: Sonst bauen Private keinen preiswerten Wohnraum mehr." Ähnlich problematisch seien Schmierereien an Kirchen, Moscheen und Synagogen.

Polizei: Kein Anstieg von Anzeigen

Kirchen-Versicherungen und Polizei jedoch können einen Anstieg von Beschädigungen an religiösen Gebäuden nicht bestätigen – zumindest keinen, der sich über mehr Anzeigen nachvollziehen ließe. Sprecher Matthias Arends verweist allerdings darauf, dass die Behörde auch auf das Anzeigeverhalten von Institutionen und Bürgern angewiesen ist. "Ich denke, dieses Verhalten hat sich geändert", sagt Schröder, "die Leute haben aufgegeben." Früher sei noch geraten worden, die Schmierereien schnell zu entfernen. Heute herrsche Resignation. Vieles würde unverändert gelassen.

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