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Kiel Die Konfessionen unter einem Kirchendach
Kiel Die Konfessionen unter einem Kirchendach
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09:59 09.02.2019
An dieser Tafel ist Platz für alle: Gemeinsam wurden 2018 Tische und Bänke für ein Fest in die leere Kirche in Mettenhof getragen und eingedeckt. Das ist gelebte Ökumene. Quelle: Jennifer Ruske
Kiel

Eine Kirche für zwei Konfessionen - was nach einer Notlösung klingt, ist im Norden gar nicht so selten. In Kiel-Mettenhof leben seit 1980 die evangelische Thomas-Gemeinde und die katholische St. Birgitta-Gemeinde unter einem Dach. In Ahrensbök bei Lübeck feiern Katholiken seit 2013 ihre Gottesdienste regelmäßig in der evangelisch-lutherischen Marienkirche, nachdem das katholische Gotteshaus im Ort verkauft wurde. In Satow bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) haben katholische Christen schon seit 1945 ihre gottesdienstliche Heimat in der evangelischen Kirche des Ortes.

Mettenhofer Kirche auch für Migrantengemeinden offen

Von Anfang an geplant war dagegen die gemeinsame Kirchennutzung in Mettenhof. Im 1980 eingeweihten ökumenischen Zentrum gibt es nur eine für beide Konfessionen ausgestattete Kirche, die von der evangelischen Thomas-Gemeinde und der katholischen Gemeinde St. Birgitta gleichberechtigt genutzt wird. "Auch vietnamesische, eritreische, syrische und russische Migrantengemeinden halten hier ihre Gottesdienste ab", sagte Pastorin Jutta Weiß von der Thomas-Gemeinde.

Kein fester katholischer Ansprechpartner mehr

Neuerdings werde die ehemals gute Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde allerdings durch deren Personalsituation getrübt, klagte Weiß. "Seit 2015 gehört St. Birgitta zu einer neuen Großpfarrei und hat keinen eigenen Pfarrer mehr. Dadurch haben wir keinen festen Ansprechpartner mehr." Doch insgesamt sei die ökumenische Gemeinschaft eine gute Sache, sagte auch Maren Schmidt, wie Weiß Pastorin der Thomas-Gemeinde: "Die verschiedenen Konfessionen können viel voneinander lernen und schließlich glauben wir alle an denselben Gott."

Seit vielen Jahren geübte Praxis

Die Nutzung evangelischer Kirchen und Gemeinderäume durch christliche Gemeinde anderer Konfessionen sei seit vielen Jahren geübte Praxis, sagte der Sprecher der Nordkirche, Stefan Döbler. Auch der Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, betonte: "Für uns ist ökumenische Gastfreundschaft seit langem selbstverständlich. Erst kürzlich hat Erzbischof (Stefan) Heße in einem Interview noch einmal dazu angeregt, über eine gemeinsame Nutzung von Kirchen nachzudenken", sagte Nielen.

Man arrangiert sich

In Ahrensbök geschieht das schon seit 2012. Damals verkaufte die katholische Gemeinde ihre rund 60 Jahre alte Kirche Maria Königin und zog zur evangelischen Gemeinde in die Marienkirche. "Wir haben uns gut arrangiert", sagte Pfarrer Bernd Wichert, der die rund 400 Katholiken rund um den 8200-Einwohner-Ort im südlichen Kreis Ostholstein betreut. "Wir feiern immer sonnabends um 17 Uhr die Vorabendmesse, der evangelische Gottesdienst findet am Sonntagvormittag statt", sagte Wichert.

Marienstatue ist ein Hingucker

Auch seine evangelische Amtsschwester Kirstin Mewes-Goeze und ihre Gemeinde sehen nur Vorteile in der gemeinsamen Kirchennutzung: "Die Marienstatue, die jetzt in einem Seitenflügel der Kirche steht, ist ein echter Hingucker und besonders bei den Kindergartenkindern sehr beliebt." Für Pfarrer Wichert ist die gemeinsame Nutzung von Kirchen ein Modell mit Zukunft. "In beiden großen Kirchen sind die Zahlen der Kirchenmitglieder und das Kirchensteueraufkommen rückläufig. Deshalb wird es solche Konstellationen wie hier in Ahrensbök in Zukunft wohl häufiger geben."

Kirchengemeinden müssen zusammenrücken. Bei einigen im Norden funktioniert das sogar über Konfessionsgrenzen hinweg, und Kiel-Mettenhof war das sogar von Anfang geplant.

Von RND/dpa/pat

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