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Kiel Der richtige Umgang mit sozialen Medien
Kiel Der richtige Umgang mit sozialen Medien
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18:30 09.08.2019
Von Jürgen Küppers
Facebook, Twitter oder Instagram: Jugendliche geben dort mehr persönliche Daten preis, als ihnen bewusst und recht ist. Quelle: Silas Stein
Kiel

Oder dass die Nutzung mancher Apps sogar dazu führen kann, sie als Zielgruppe propagandistischer Fake-News zu identifizieren. Der Offene Kanal (OK) Schleswig-Holstein will Schülern mit seinen Angeboten zur Digitalen Kieler Woche erklären, wie sie selbst durch manch gängige App regelrecht ausspioniert oder sogar manipuliert werden könnten – und welche Gegenstrategien es dazu gibt. Um diese möglichst anschaulich zu vermitteln, hat sich der OK diesmal eine „Nachrichtenrallye“ mit mehreren Stationen in seinem Funkhaus an der Hamburger Chaussee ausgedacht. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen an fünf Tagen stehen dabei schwierige Fragen. Zum Beispiel: Wie lassen sich manipulative von echten Nachrichten unterscheiden? Und wie funktionieren „Filterblasen“, die mir aufgrund vorher durch so genannte „Cookies“ abgefischten Daten nur ganz bestimmte Nachrichten oder Werbung anzeigen. Oder wie kann ich herausfinden, ob ich in einem Chat mit echten Menschen kommuniziere oder nur mit einem manipulativem Computerprogramm („Social Bot“).

Ein Blick hinter die Datenkulissen

„Um den erhobenen Zeigefinger oder gar Verbote geht es uns bei der Arbeit mit Schülern ab achten Klassen überhaupt nicht“, betont OK-Medienpädagogin Katharina Coordes: „Sondern um einen Blick hinter die Daten-Kulissen, damit Jugendliche auch wissen, wofür sie sich bei der Nutzung ihrer Apps entscheiden.“ Damit der Blick hinter die meist verborgenen Hintergründe auch Spaß macht, dürfen die Schüler Fake-News sogar selber in Form einer Radiosendung produzieren – so „echt“ und glaubwürdig wie nur möglich. „Natürlich wird der Beitrag nicht ausgestrahlt. Aber auf diese Weise bekommen die Schüler am besten ein Gefühl dafür, wie Fake-News-Strategien funktionieren“, betont die Medienpädagogin.

 Ein Gefühl für Digitaltechnik entwickeln

Zu einer solchen „aktiven Medienarbeit“ des Offenen Kanals zählt bei der Digitalen Kieler Woche auch noch ein weiteres OK-Projekt: „Makerspace on Tour“. Dabei können Schulklassen im Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Technik eine Woche lang erleben, was Digitalisierung mittlerweile für die Produktion von Werkstücken bedeutet. Zu Beispiel, wenn Maschinenteile nicht mehr traditionell an der Werkbank entstehen, sondern wie von Zauberhand im 3-D-Drucker „wachsen“. Oder der Laserstrahl mit höchster Präzision Schrift und Symbole ins Holz „graviert“ oder der Plotter komplizierte Muster auf Folien druckt und ausschneidet. „Damit bekommen Schüler ein Gefühl dafür, wie die Digitaltechnik auch in großen Fabriken funktioniert, erklärt Katharina Coordes den Hintergrund für „Makerspace on Tour“. Weil solches „Hexenwerk“ der Maschinen nicht ohne entsprechende Programmierung funktioniert, sollen sogar schon Grundschüler bei der Digitalen Kieler Woche an der Humboldtschule zumindest deren Grundlagen herangeführt werden.

Ein Workshop mit kleinen Spielen

So hat sich der dort aktive Informatiklehrer Manuel Raschke ein spezielles Konzept ausgedacht: Schüler aus höheren Klassen der Humboldtschule erklären ganzen Grundschulklassen, wie man mit Hilfe eines speziellen Programms kleine Spiele entwickelt oder Figuren zum Leben erweckt. „Natürlich verwenden die Grundschüler dabei noch keine Algorithmen, sondern setzen ihre Programme aus Symbolen zusammen wie bei einem Lego-Spiel“, erklärt Manuel Raschke. Der im vergangenen Jahr erstmalig an nur einem Tag angebotene Workshop stieß auf so großes Interesse, dass sich daraus in diesem Jahr sogar eine ganze Projektwoche entwickelte, von der aus Raschkes Sicht nicht nur die Grundschüler profitieren: „Auch meine Schüler aus den Informatikkursen bekommen ein vertieftes Verständnis vom Programmieren, wenn sie dessen Grundlagen in Workshops vermitteln.“

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