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Kiel DOC-Kommission erwartet
Kiel DOC-Kommission erwartet
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20:40 24.03.2015
Von Paul Wagner
Das Olympiazentrum in Schilksee war schon 1972 Kulisse für die Segelsportwettbewerbe in Kiel. Planer schreiben dem Areal auch für die Zukunft ein großes Potenzial zu. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hat den Besuch der Olympia-Kommission zur Chefsache erklärt. Er kümmere sich persönlich um das Besuchsprogramm der sechsköpfigen Delegation, heißt es aus dem Rathaus. „Wenn die Fachkommission sich ein Bild vom Segelstandort Kiel macht, wollen wir sie mit unserem hohen fachlichen Know-how, unseren olympiareifen Bedingungen und unserer Begeisterung überzeugen“, sagt er und will für die Visite der Sportfunktionäre selbst weit anreisen. „Ich werde für diesen Termin meinen Familienurlaub in Rom für 36 Stunden unterbrechen und mich mit voller Kraft dafür einsetzen, den Olympia-Hattrick für Kiel zu schaffen. Ich hoffe nur, dass die Piloten an diesem Tag nicht streiken.“

 Hamburg hatte sich für die Austragung der Olympischen Spiele 2024 beworben, ist seit wenigen Tagen ganz offiziell die nationale Bewerberstadt und muss sich eine Partnerregion für den olympischen Segelsport suchen. Im Rennen sind neben Kiel auch Rostock und Lübeck. Für Kiel gilt es jetzt, den Spagat zwischen Bescheidenheit und selbstsicherem Auftreten zu meistern, um die Kommission zu überzeugen. „Dafür befinden wir uns natürlich in enger Abstimmung mit dem Kieler Yacht-Club und anderen Akteuren aus der Kieler Segelszene. Außerdem wollen wir die jetzt schon große Begeisterung der Kielerinnen und Kieler noch weiter anfachen“, sagt Kämpfer. „Ich hoffe für den 10. April natürlich auf optimales Segelwetter und darauf, dass an diesem Tag möglichst viele aktive Segler auf der Förde unterwegs sind. Kiel hat eines der besten Segelreviere der Welt – das werden wir der Fachkommission beweisen. Und ich bin mir sicher: Am Ende wird das Votum für den Segelstandort Kiel ausfallen.“

 DSV-Präsident Andreas Lochbrunner räumt allen Bewerberstädten Chancen ein und verspricht ein faires, transparentes Auswahlverfahren: „Die Ostsee ist ein Weltklasse-Segelrevier. Sowohl Kiel als auch Travemünde und Warnemünde haben eine lange Tradition an hochrangigen und internationalen Regatten vorzuweisen. Alle drei Gewässer verfügen über eine hervorragende Wasserqualität. Und alle drei Bewerber haben Konzepte, die eine nachhaltige sowie umweltverträgliche Nutzung der olympischen Infrastruktureinrichtungen beinhalten und die die Wünsche der Bürger berücksichtigen, keinen olympischen Gigantismus zu betreiben.“

 Kiel könnte dennoch am Ende die Nase vorn haben. Bereits bei der einst geplatzten Bewerbung für die Spiele 2012 hatte das Segelrevier an der Förde im Vergleich aller deutschen Segelstädte bei neun von zwölf Punkten den ersten Platz erreicht.

 Die Landeshauptstadt hatte 2003 auch das überzeugendste Finanzierungskonzept vorgelegt, die beste Planung für ein olympisches Dorf abgeliefert und gute Voraussetzungen für die Ausrichtung der Paralympics. Nur bei den Bewertungskriterien „Sportinfrastruktur“ und „Beherbergung“ landete Kiel auf den Plätzen zwei und drei.

 Wie groß die Zustimmung ist, zeigt eine qualitative Online-Umfrage der Stadt: Demnach glauben 82 Prozent der 937 Teilnehmer, dass die Bewerbung einen Mehrwert für Kiel und die Region bringen kann. 70,8 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage voll zu.