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Kiel Steine statt Smartphone geliefert
Kiel Steine statt Smartphone geliefert
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19:24 21.06.2019
Die Polizei nahm den verdutzten 17-Jährigen am 13. Juni in Kiel fest.  Quelle: Juliane Häckermann
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Kiel

Der Jugendliche steht nach Polizeiangaben im Verdacht, über ein Online-Kleinanzeigenportal Steine als Smartphones verkauft zu haben. Dem Geschädigten war im Verlauf der Verkaufsverhandlungen der Verdacht aufgekommen, dass es sich bei dem Verkäufer um einen Betrüger handeln könnte und hatte die Polizei für die Übergabe hinzugezogen.

Am frühen Donnerstagabend erschien ein 50-jähriger Mann auf der Wache des 4. Polizeireviers und schilderte den Beamten seinen Verdacht. Er sei seit circa einem Monat auf der Suche nach einem Smartphone und habe deshalb eine Suchanzeige auf einem Kleinanzeigenportal geschaltet. Daraufhin sei eine Person mit ihm in Kontakt getreten, die ihm das von ihm gesuchte Handy zum Kauf angeboten hätte. Auch die Kopie seines angeblichen Personalausweises habe der Verkäufer übermittelt.

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Der 50-Jährige habe das Angebot für einen Preis von 800 Euro angenommen. Das Smartphone sollte mit einem Paketdienst geliefert und per Nachnahme bezahlt werden. Das Paket sei aber zum verabredeten Zeitpunkt nicht angekommen.

Mutmaßlicher Betrüger präsentierte neues Angebot

Der potenzielle Käufer habe daraufhin erneut den Verkäufer kontaktiert und seinen Unmut zum Ausdruck gebracht. Dieser habe ihm jedoch erklärt, dass er ein besseres Kaufangebot gehabt hätte. Er hätte allerdings noch vier weitere Smartphones und ein Laptop, die er ihm für 3000 Euro anbieten könne. Auch hier sollte die Lieferung mittels eines Paketdienstes erfolgen und per Nachnahme bezahlt werden.

In diesem Moment sei bei dem Geschädigten der Verdacht aufgekommen, dass es sich bei dem Verkäufer um einen Betrüger handeln müsste. Zum Schein sei er auf das Geschäft eingegangen. Als Liefertermin wurde der 13. Juni vereinbart.

Zwischenzeitlich hätte der Geschädigte nach seinen Angaben im Internet recherchiert und mit einem weiteren Betrugsopfer Kontakt aufgenommen, welches ihm eine ähnliche Geschichte erzählt habe. Gemeinsam mit dem 50-Jährigen begaben sich daraufhin zwei Beamte des 4. Polizeireviers zu dessen Wohnanschrift im Ostring, um den Paketdienstmitarbeiter in Empfang zu nehmen. Gegen 20:30 Uhr klingelte es tatsächlich an dessen Wohnungstür.

Davor stand ein etwas verdutzter junger Mann in der Uniform des Paketdienstes, so die Polizei am Freitag. Gemeinsam öffnete man das gelieferte Paket. Zum Vorschein kamen keine Elektroartikel im Wert von 3000 Euro sondern lediglich ein paar Steine.

17-Jähriger reiste für den Betrug aus Bremen nach Kiel

Der 17-jährige Lieferant wurde vorläufig festgenommen. Er erklärte gegenüber den Beamten, dass er kein Angestellter des Paketdienstes sei. Weitere Angaben machte er nicht. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte der 17-Jährige sich im Vorfeld eine Uniform des Paketdienstes besorgt und war aus Bremen für die Übergabe angereist. Den Heimweg musste er ohne die Uniform antreten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige mindestens einen Mittäter hat und bereits mehrfach mit dieser Masche in Norddeutschland in Erscheinung getreten ist. Bei der übermittelten Kopie des Personalausweises stellte sich heraus, dass der Besitzer Opfer eines Datenmissbrauchs geworden war.

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Von KN-online

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