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Kiel Masterplan für das Ostufer gefordert
Kiel Masterplan für das Ostufer gefordert
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16:45 05.09.2019
Von Karin Jordt
Der Ostring – hier auf Höhe Ellerbek – gehört zu den viel befahrenen Straßen des Ostufers. Um die Belastung für die Anlieger zu reduzieren, wird nach Lösungen gesucht. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Hafenentwicklung und Naherholung, bessere Radwege, der Abriss des alten Kraftwerks und Infrastruktur – viele Themen wurden vor rund 150 Gästen bei einer gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf und Ellerbek/Wellingdorf engagiert diskutiert. Etliche Anlieger wünschen sich, dass mehr Güter von Lastwagen auf die Schiene kommen, die Radwege komfortabler und die Fährverbindungen zwischen Ost- und Westufer attraktiver werden.

An der Hörn wird gebaut, die Werften investieren, das Marinearsenal, der Ostuferhafen und das Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung sind auf Wachstumskurs. Wie in Zukunft der Spagat zwischen Umweltschutz, hoher Lebensqualität, Tourismus, optimalen Verkehrsanbindungen und wirtschaftlicher Entwicklung gelingt, bleibt Dauerthema - helfen könnte ein Masterplan, den die Ortsbeiräte forderten.

OB: Der Verkehr am Ostring "darf so nicht bleiben"

Wer am Ostring wohnt, erlebt täglich eine Blechlawine vor der Haustür, „das kann nicht gesund sein“, meinte ein Ellerbeker. „Wir müssen etwas tun für die Mobilität“, bestätigte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, „wie der Verkehr heute am Ostring ist, so darf er nicht bleiben.“

Fördefähren mit umweltfreundlichem Antrieb, Fahrradschnellwege und ein besserer öffentlicher Nahverkehr auf eigener Trasse seien wichtige Ziele. „Und wenn es nach mir ginge, wäre die Nutzung der Schwentinefähre komplett kostenlos“, erklärte der OB unter dem Beifall der Besucher.

Neue Brücke über der Schwentine im Gespräch

Auch eine neue Brücke über der Schwentine auf Höhe des Seefischmarktes für Fußgänger und Radfahrer könne er sich vorstellen. „Das ist eine schöne Idee, aber noch nicht morgen realisierbar“, ergänzte Peter Bender, Leiter des Tiefbauamtes. Studenten der Fachhochschule seien mit dem Projekt beschäftigt, „aber das geht eher in Richtung Machbarkeitsstudie.“

Ausschreibung für Veloroute an Werftstraße

Für die neue Premiumradroute an der Werftstraße ist das Konzept ausgearbeitet: „Wir beginnen mit der europaweiten Ausschreibung“, berichtete Christian Stamer vom Tiefbauamt, allerdings müssten auch Kanäle saniert werden, sodass es wohl noch einige Jahre dauert, bis der neue Weg fertig ist.

Der sollte dann nach Wunsch von Radfahrern möglichst nah an der Wasserkante bis über Hasselfelde hinaus ins Umland führen. Auch der Campus der Fachhochschule werde noch fahrradfreundlicher ausgebaut, betonte FH-Kanzler Klaus-Michael Heinze.

Ostuferhafen hätte gern altes Kraftwerksgrundstück

„Der Ostuferhafen ist voll ausgelastet“, berichtete Dirk Claus, Geschäftsführer des Seehafens. Die 14 Hektar des benachbarten Gemeinschaftskraftwerkes wären daher eine sinnvolle Erweiterung. Die Bahngleise wolle man behalten, möglicherweise könnten dann Kreuzfahrtpassagiere mit dem Zug direkt zum Ostuferhafen fahren.

Bis Mitte 2020 seien die vertraglichen Fragen zum Verkauf des Grundstücks voraussichtlich mit dem Seehafen geregelt, erläuterte Jörg Teupen, Vorstand der Stadtwerke Kiel AG. Der Rückbau des alten Kraftwerks könne im Herbst 2020 beginnen und werde etwa zwei Jahre dauern.

Der Schutt sollte möglichst per Schiff abtransportiert werden, meinten Anlieger. Das folgende Planfeststellungsverfahren werde rund drei Jahre dauern, schätzt Hafenchef Claus. „Die Entwicklung auf dem Ostufer ist wichtig, aber wir müssen eingebunden werden“, forderte Torsten Stagars, Vorsitzender des Ortsbeirats Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf.

Ein Masterplan für das Ostufer

Ein „Masterplan Zukunft Kieler Ostufer“, der sämtliche Probleme und Zukunftsfragen umfasst, soll nach Wunsch der Ortsbeiräte den Bereich der Schwentinemündung und des Hafens bis Hasselfelde umfassen. Die Ausbaupläne für den Ostuferhafen müssten solange zurückgestellt und die Menschen aus den betroffenen Ortsteilen beteiligt werden. Die erforderlichen Mittel sollen in den Haushalt 2020 eingestellt werden. Innerhalb eines Jahres soll ein international renommiertes Planungsbüro damit beauftragt werden. So lautet der einstimmig beschlossene Antrag. 

Die Antragsteller erwarten eine nachhaltige Entwicklung des Ostufers sowie Anregungen für die Klimaneutralität der Stadt. Wie das alte Kraftwerksgelände genutzt wird, „bedarf einer grundsätzlichen Abwägung und Klärung“.

Die Lebensqualität der Menschen müsse verbessert, die Verkehrsinfrastruktur umweltverträglich und das Ostufer als Lebens- und Arbeitsstandort aufgewertet werden. Der Antrag geht direkt an die Ratsversammlung und soll nicht, so Stagars, „in Ausschüssen weichgespült werden.“

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