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Kiel „Radler-Autobahn“: Gaardener uneins
Kiel „Radler-Autobahn“: Gaardener uneins
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12:00 14.06.2019
Von Martin Geist
Radler führen an der Werftstraße oft ein beengtes und entsprechend gefährdetes Dasein. Wenigstens auf einer Teilstrecke sollen sie nach den Vorstellungen der Stadt mehr Platz bekommen. Quelle: Martin Geist
Kiel

Für Fahrräder stünde damit in Zukunft eine vier Meter breite Trasse zur Verfügung, entsprechend enger würde es für die Autos.

Wenn sich in der Ausrichtung des Kieler Straßenverkehrs nichts tut, wird der Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Strecken bis zum Jahr 2050 um 40 bis 45 Prozent zunehmen. Tut sich dagegen etwas, dann könnte diese Quote um etwa 30 Prozent verringert und zugleich der Fahrrad-Anteil um gut 70 Prozent gesteigert werden. Das sind die wohl eindrucksvollsten Zahlen, mit denen Klimaschutzmanager Eyke Bittner vom Tiefbauamt begründete, warum die Stadt das Radfahren komfortabler und sicherer machen möchte. Handlungsbedarf gibt es nach seinen Worten besonders auf dem Ostufer, wo der Fahrradanteil nur elf Prozent statt 17 Prozent wie im gesamtstädtischen Durchschnitt beträgt.

Vorbild Veloroute 10: Vier Meter breite Premium-Trasse in Gaarden

Zwischen den Straßen Zur Fähre in Gaarden und Klausdorfer Weg in Ellerbek soll es einen großen Aufschlag geben und entlang der Wasserseite eine vier Meter breite Premium-Trasse nach Vorbild der zur Uni führenden und so gut wie fertiggestellten Veloroute 10 angelegt werden. Das könnte nach Angaben von Christian Stamer vom Tiefbauamt zwischen 2022 und 2025 in mehreren Bauabschnitten geschehen. Im vorderen und hinteren Bereich wäre demnach gleich ein kompletter Ausbau möglich, in der Mitte und damit weitgehend entlang des Werftparks würde man sich dagegen zunächst mit einem Provisorium begnügen. So lange wenigstens, bis feststeht, ob eine Stadtbahn kommt und auf welcher Trasse sie fahren wird.

Weniger Platz für Autos würden die Umbauten laut Stamer zwar bedeuten, das sei aber immer noch ausreichend. Beispielsweise in Höhe der Elisabethstraße gäbe es künftig den vier Meter breiten Radweg, daneben 2,50 Meter Gehweg und für Autos immer noch 9,50 Meter. Faktisch würde der komplette Bereich zwischen der Straße Zur Fähre und dem Klausdorfer Weg von vier auf zwei Autospuren reduziert, zuzüglich vereinzelter Abbiegespuren, die Rückstaus verhindern sollen. Wie Stamer betont, agiert die Stadt dabei keineswegs im luftleeren Raum, sondern orientiert sich an offiziellen Richtwerten. Und die sehen nach seinen Worten bei täglich 12000 bis 18000 Autos keine Vierspurigkeit vor.

Kritik an der Radstrecke: "Einschränkung für den Kfz-Verkehr"

Nicht alle Ortsbeiräte konnten diesen Argumenten auf Anhieb folgen. Über eine „enorme Einschränkung für den Kfz-Verkehr“ klagte Rainer Kuberski (FDP), der zudem prophezeite, dass die Premiumroute „nicht einen Radler zusätzlich auf die Straße bringt“. Kuberskis Fazit: „Ich bin natürlich absolut dagegen.“ Exakt gegenteilig äußerte sich Heinz-Rudolf Jungnickel von der SPD. „Wir müssen uns fragen: Wem gehört eigentlich der öffentliche Raum?“, rief er aus und betonte unter allgemeinem Beifall, dass es keineswegs ein Naturgesetz sei, jeden Quadratmeter dem Auto unterzuordnen. „Erstmal eine tolle Sache“, sind die Pläne derweil für Rolf Schrem (Linke), der jedoch darauf hinwies, dass ein Luxus-Radweg wenig bringt, wenn dessen Anbindung irgendwo im Nirgendwo endet.

Ähnlich sehen es auch Bruno Levtzow und Ute Kohrs von der SPD. Sie baten das Tiefbauamt, nach den Sommerferien noch einmal sämtliche Pläne zur näheren und ferneren Zukunft des Radverkehrs in Gaarden und auf dem Ostufer überhaupt vorzustellen. Eine Stellungnahme zur Premiumradroute an der Werftstraße soll es nach einhelliger Meinung des Ortsbeirats erst danach geben.

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