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Kiel „Hein Schönberg“ wirft Fragen auf
Kiel „Hein Schönberg“ wirft Fragen auf
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19:50 12.05.2014
Von Ingrid Haese
Auch Marion Brandtner vom Ortsbeirat Ellerbek/Wellingdorf befürchtet eine zunehmende Lärmbelästigung im Bereich der Eisenbahnbrücke – verursacht durch mehr Zugverkehr bei einem reaktivierten „Hein Schönberg“. Quelle: Ingrid Haese
Kiel

Für „Hein Schönberg“ sind die Haltepunkte Schönberger Strand, Schönberg, Probsteierhagen, Schönkirchen, Oppendorf und Ellerbek vorgesehen. In Gaarden ist die Station „Schulen am Langsee“ ein Bedarfshalt zu Schulzeiten. Im Bereich Wellingdorf/Ellerbek sollen die Übergange Wehdenweg, Grabastraße und Franziusallee mit Lichtzeichenanlagen und Halbschranken gesichert werden, im Rehsenweg mit einer Lichtzeichenanlage. Zum 30 Millionen Euro teuren Projekt stand Lukas Knipping, bei der LVS zuständig für Verkehrsplanung, Bürgern und Ortsbeirat im Treff der Arbeiterwohlfahrt in Wellingdorf Rede und Antwort.

 Die Reaktivierung sei seit 1997 formuliertes Landesziel, 2009 habe das Projekt Fahrt aufgenommen. Es habe Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben Kreis Plön gegeben, das habe zu einem groben Bus-Bahn-Konzept geführt, das bedeute, man habe die schnellere Bahn und den ergänzenden Bus. Auf die Frage des Ortsbeiratsvorsitzenden Daniel Pollmann (SPD), warum Wellingdorf keinen Haltepunkt bekomme, antwortete Knipping, es gebe keinen geeigneten Standort, die Schienen verliefen auf der falschen Seite der B505. Um Aufwand und Kosten zu sparen, wolle man soweit es gehe auf der heutigen Trasse bleiben.

 Marion Brandtner (CDU) sagte, sie glaube nicht, dass Leute mit dem Auto zu den wenigen Haltepunkten führen. Außerdem frage sie sich, wer die von der LVS angenommenen 1500 täglichen Fahrgäste seien. Lukas Knipping erläuterte dazu, kürzere Bahnfahrzeiten seien attraktiv für Autofahrer, die dann umsteigen würden. Zur Eisenbahnbrücke über die Schwentine und ihrer Geräuschkulisse sagte Knipping, bei der Streckenerneuerung werde der Oberbau saniert. Die Nahverkehrstriebwagen führen mit einer mäßigen Geschwindigkeit. Die Lautstärke sei erträglich, wirke sich nicht negativ auf den Wert von Grundstücken aus. Die Strecke erhalte ein neuen Ober- und Unterbau, Schienen würden stoßfrei verlegt. Es gebe keine Vibrationen, die über das heutige Maß hinausgingen. Mit Blick auf den zunehmenden Zugverkehr und Geschwindigkeiten zwischen 60 und 80 Stundenkilometern wies Marion Brandtner darauf hin, am Fußgängerbahnübergang in Richtung Ostfriedhof hinter der Neumühlener Straße seien Züge aufgrund einer Kurve spät zu sehen. Lukas Knipping entgegnete, Bahnübergänge würden generell nur zugelassen, wenn die Sicherheit gewährleistet sei.

 Als „Hein Schönberg“-Befürworter meldete sich Stefan Hirt von der Initiative Pro Bahn Probstei zu Wort, die nach eigenen Angaben in Schönberg über 2500 Unterschriften für die schnelle Reaktivierung gesammelt hat. Auf Nachfrage sagte er, die Initiative wolle das Projekt positiv begleiten. Ein großer Teil der Menschen in der Probstei hielten die neue Verbindung für eine Verbesserung.