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Kiel Ortsbeirat fordert Küstenschutz-Konzept
Kiel Ortsbeirat fordert Küstenschutz-Konzept
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10:00 24.03.2019
Von Petra Krause
Nach den Winterstürmen war es wieder zu verstärkten Abbrüchen an der Schilkseer Steilküste gekommen. Die Bürger fordern Maßnahmen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Auf seiner jüngsten Sitzung hat er einstimmig einen Antrag an die Stadt Kiel beschlossen. Darin fordert der Ortsbeirat das Grünflächenamt auf, den Abbruch der Steilküste jährlich zu überprüfen und den durchschnittlichen Abbruch der letzten fünf Jahre sowie die daraus zu erwartende Zeit zu berechnen, in der es voraussichtlich zu Schäden an den dortigen Häusern und an den Versorgungsleitungen der Stadt, die in dem Bereich liegen, kommen wird. „Ich bin auch gegen invasive Maßnahmen, aber man muss die Sorgen der Bürger ernst nehmen“, sagte Ortsbeiratsvorsitzende Maike Finger (SPD) zur Begründung.

Jährliche Messung zu den Abbrüchen

Auf der Infoveranstaltung im Februar hatte Carsten Haarje vom Grünflächenamt gesagt, dass bereits seit 1991 an der Steilküste zwischen Fallreep und dem Jugend- und Freizeitheim Kahlenberg auf einer Länge von 625 Metern jährliche Messungen durchgeführt werden. Die Abbrüche lägen im Durchschnitt bei 50 bis 100 Zentimetern. Doch Bürger äußerten die Vermutung, dass es sich bei den genannten Zahlen um einen Fehler handeln müsse. So erklärte Finger im Antrag, dass die Schilkseer in den letzten Jahren erheblich stärkere Abbrüche an der Steilküste festgestellt hätten als noch in den Vorjahren. Zur Begründung sagte sie: Bei der Betrachtung sehr langer Zeiträume würden große Abbrüche, die durch Klimawandel oder extreme Wetterbedingungen entstünden, nicht erkannt, da nur ein langfristiger Mittelwert gebildet werde.

Maßnahmen zum Schutz der Steilküste

Darüber hinaus wird die Stadt jetzt gebeten, das zuständige Landesministerium aufzufordern, die Bürger über den aktuellen Planungsstand und weitere Maßnahmen zum nachhaltigen Küstenschutz an der Ostsee zu informieren. Das betrifft Veränderungen, die durch den Klimawandel entstehen und die Konsequenzen für bestehende Ökosysteme bei baulichen Maßnahmen zum Küstenschutz. Ein Konzept zum nachhaltigen Schutz der gesamten Küstenlinie solle verhindern, dass einzelne Maßnahmen bei den Nachbarstandorten wie dem Falckensteiner Strand zu Verschlechterungen der Situation führten. Auch möge die Stadt Maßnahmen vorschlagen, die die Steilküste vor Beschädigungen schützen. Damit gemeint sind am Hang tobende Hunde oder runterrutschende Kinder, führt Finger aus. Außerdem wünscht sich der Ortsbeirat, dass die Stadt als Eigentümerin der Steilküste einen Dialog mit den Anwohnern aufnimmt.

Weiterer Antrag der CDU im Rat

Auch die örtliche CDU-Ratsfrau Erika Diehr, die im Rat ebenfalls einen Antrag einbrachte, weist auf die Sorgen der Bürger hin. Sie fordert Oberbürgermeister Ulf Kämpfer auf, „unverzüglich mit den Landesbehörden die Lage der Steilküste in Schilksee-Süd eingehend zu analysieren und ein Konzept für Handlungsoptionen zu erarbeiten“. Der Abstand zur Wohnbebauung werde immer geringer. Der Wanderweg habe schon vier Mal verlegt werden müssen. „Nichts tun wird teuer!“, mahnte sie. CDU-Ratsfraktionschef Stefan Kruber verstärkte die Forderung mit dem Appell: „Die Stadt muss sich endlich mit zuständig führen!“

FDP warnt vor Panikmache

Der FDP-Ratsherr und stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Ingmar Soll warf Diehr Panikmache vor und forderte eine sachliche Diskussion. Auf sein Betreiben wurde Diehrs Antrag einstimmig in den Innen- und Umweltausschuss überwiesen. Dort soll die Diskussion mit Beteiligung des Ortsbeirats, der angrenzenden Gemeinden und der Wissenschaft forciert werden. „Wir brauchen ein größeres Verfahren“, sagte der grüne Ratsherr Arne Stenger. „Wir müssen zum Beispiel Friedrichsort und den Falckensteiner Strand mit in den Blick nehmen.“ Das deckt sich mit dem Wunsch des Ortsbeirates, dessen Antrag in denselben Ausschuss weitergeleitet wurde.

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