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Kiel Konfliktpotenzial auf der Veloroute
Kiel Konfliktpotenzial auf der Veloroute
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06:00 25.12.2018
Von Jennifer Ruske
Radfahrer nutzen die „Fahrradautobahn“ Veloroute 10 gerne alsschnelle Verbindung von A nach B. Quelle: Frank Peter
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Kiel

 Der Ärger ist groß: Auf der einen Seite bei den Radfahrern, die die „Fahrradautobahn“ als schnelle Verbindung von A nach B nutzen, und sich von mittig laufenden Fußgängern und Hundehaltern, deren Vierbeiner quer über die Fahrbahn toben, gestört fühlen. Auf der anderen Seite pochen Spaziergänger auf ihr Recht, die Veloroute zu nutzen und fordern „angepasste Geschwindigkeit“ und vorsichtige Fahrweise von den Radlern ein.

Projekt auch für die Stadt Neuland

Hohes Konfliktpotenzial, das weiß auch Uwe Redecker, Fahrradbeauftragter der Stadt Kiel. Ein Projekt wie die Veloroute 10 sei für die Stadt Neuland. Da müsse sich das eine oder andere noch zurechtruckeln, erklärte er bereits in der vergangenen Sitzung des Ortsbeirates. Im November stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung. Doch der Redebedarf darüber war so groß, dass das Gremium eigens für den Punkt die Dezember-Sitzung einberief. Das Kernproblem ist die Frage, ob die Veloroute als ein Fahrradschnellweg ausschließlich für Radfahrer oder als ein Geh- und Radweg anzusehen sei. „Beides zusammen geht nicht“, befand Ralf Kretschmer (CDU) und forderte den Ortsbeirat und die Stadt Kiel auf, sich zu positionieren. „Was für eine Nutzung wollen wir überhaupt?“ Aus Sicht des Ortsbeirates ist die Antwort klar: Die Strecke gelte nur für Velos. Dementsprechend müsse sie ausgeschildert werden, so Kretschmer weiter.

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Verwaltung: Rechtslage ist eindeutig

Ein Schild „Radverkehr hat Vorrang“ gebe es jedoch nicht, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung, die das jetzige „Verkehrszeichen 244.1“ und damit die Rechtslage für eindeutig erachtet: Die Veloroute ist eine Fahrradstraße. Fußgänger dürfen die öffentliche Straße nutzen, müssen aber auf Gehwegen oder Seitenstreifen bleiben. Gibt es beides nicht, ist das Gehen auf der Fahrbahn erlaubt – jedoch am Fahrbahnrand, ähnlich wie auf einer Landstraße, so Redecker.

Nicht alle halten sich an die Regeln

Doch nicht alle halten sich an die geltende Straßenverkehrsordnung, monierte Eberhard Stein (CDU). „Und was passiert, wenn es zu einem Unfall kommt?“ Das sei nicht ersichtlich. Hinnerk Kändler (Grüne) stieß ins selbe Horn: „Die Verwaltung muss deutlich machen, dass auf der Veloroute Fußgänger nicht erwünscht sind.“ Darin war sich das Gremium in seinem Antrag an die Stadt einig. Gleichzeitig wünscht sich der Ortsbeirat, eine klare Ausschilderung, mehr Fahrbahnmarkierungen und eine Beleuchtung der Fahrradbügel, für mehr Sicherheit im Dunkeln.

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