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Kiel Ostufer punktet mit Kultur
Kiel Ostufer punktet mit Kultur
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08:27 17.01.2013
Von Volker Rebehn
Der Bunker-D (rechts), das Computermuseum (im Bunker links) und die Raumplastik „Kontemplativer Raum“ von Ludger Gerdes kennzeichnen am Max-Reichpietsch-Platz die Dichte der Kunst auf dem FH-Campus. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Fast unbemerkt hat sich dort in den vergangenen Jahren eine Kulturszene entwickelt, deren Dichte überrascht. Die Zeiten, in denen die „Brillanten Dilettanten“, die Theatergruppe der Paul-Gerhardt-Gemeinde, zumindest einmal pro Jahr ein klitzekleines Ausrufezeichen setzten, sind längst vorbei. So haben sich mittlerweile auf dem Gelände der Fachhochschule das Kultur- und Kommunikationszentrum Bunker-D, das Computermuseum, der Mediendom und die Howaldtsche Metallgießerei fest etabliert. Diese Häuser mit ihren zahlreichen Kunstausstellungen, Präsentationen, Konzerten, Lesungen, Tanzinszenierungen oder Filmen genießen einen guten Ruf weit über die Stadtgrenze hinaus und locken regelmäßig zahlreiche Menschen nach Neumühlen-Dietrichsdorf. Allein in den Mediendom kommen jährlich über 40000 Besucher. Nicht zu vergessen sind das Theater- und Ofenmuseum als weitere Kultureinrichtungen.

Die Initiative der Fachhochschule Kiel, diese Entwicklung mit dem Begriff der „Kulturinsel Dietrichsdorf“ zu würdigen, stieß daher schnell auf offene Ohren. Neu angebrachte Hinweisschilder an der Bundesstraße 502 (Ostring) weisen auf das Kulturzentrum hin. Und wer offenen Auges über den Campus – oder durch die Gebäude – der Fachhochschule geht, wird dort zahlreiche Kunstwerke entdecken.

Mit den „1. Kunst- und Kulturtagen“ (KuK) schwappte die Kulturszene dann Ende September vom Neumühlen-Dietrichsdorfer Unterdorf auch geballt in das Oberdorf. Die KuK-Kooperationspartner Fachhochschule Kiel, Stadtteilbücherei, Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde, Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei, Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule, Awo-Stadtteilzentrum, Haus Schwentineblick und Stadtteilbüro Ost boten

45 Veranstaltungen an 18 Standorten im gesamten Stadtteil. Allerdings war das Programm so gefüllt, dass es Überschneidungen gab und nicht jede gewünschte Veranstaltung besucht werden konnte. Dennoch zogen die Kooperationspartner ein positives Fazit und entschieden sich fürs Weitermachen – allerdings im Zweijahresrhythmus und gestrafftem Programm.

Ungewissheit herrschte dagegen über die Zukunft des Gebäudes der Adolf-Reichwein-Schule, das von 1913 bis 1915 gebaut wurde. Im Gespräch war ein Umzug in das gegenüberliegende Andreas-Gayk-Förderzentrum. Dort sind die letzten Schüler mit Förderbedarf auf Kooperationsschulen verteilt worden, um dort ihre Schulzeit zu beenden. Die Überlegung: In das frei werdende Gebäude wechseln die Adolf-Reichwein-Schüler, deren Schulgebäude würde die Stadt vermieten. An wen, ist zurzeit noch nicht geklärt.