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Kiel Hygienekultur für saubere Schultoiletten
Kiel Hygienekultur für saubere Schultoiletten
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07:00 21.01.2017
Von Jürgen Küppers
Feiern ihr Fußballstadion im Waschraum: (von links) Leon (9), Tobias (9) und Paul (10) haben daran mitgearbeitet, Pascal (10) freut sich mit ihnen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Insbesondere bei Toiletten-Sanierungen müssten dazu entsprechende pädagogische Konzepte entwickelt werden. Andererseits erwäge die Stadt eine Intensivierung der Reinigung von Sanitärbereichen an Schulen. Nicht zuletzt angesichts des zunehmenden Ganztagsbetriebs.

 Wie berichtet, schlug das „anrüchige“ Thema hohe Wellen, seit die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Anke Erdmann, in einem Interview mit unserer Zeitung die oft jämmerlichen Zustände von Schultoiletten anprangerte. Daraufhin machten nicht nur viele Eltern in Zuschriften an die Redaktion ihrem Zorn über Gestank und Verwahrlosung Luft. Auch Finanzministerin Monika Heinold versprach Abhilfe und ihren Einsatz für einen Abbau des Sanierungsstaus an den Schulen.

 Doch mit Schultoiletten-Sanierungen allein – derzeit sind es zwischen vier und fünf pro Jahr an den 53 allgemeinbildenden Kieler Schulen – ist es aus Sicht der Chefin des Amtes für Immobilienwirtschaft, Gabriele Wiesmann-Liese, längst nicht getan: „Wenn sich am Nutzungsverhalten nichts ändert, stinkt es nach einem halben Jahr dort wieder ganz genauso.“ Selbst Hochdruckreiniger oder Chemie könnten kaum etwas ausrichten gegen den impertinenten Geruch insbesondere von Urin, der sich in Fliesenfugen festsetze.

 Deshalb hält Bildungsdezernentin Renate Treutel die Einführung einer „Hygienekultur“ an Schulen für unerlässlich. Gerade bei öffentlichen Toiletten gebe es eine Art „kollektive Nicht-Zuständigkeit“. Wie so ein Konzept zur Hygienekultur aussehen könnte, zeige das Beispiel an der Mettenhofer Grundschule am Heidenberger Teich.

 Zeitgleich mit der Sanierung der Schultoiletten (Kosten: rund 54000 Euro) im Herbst 2015 wurden dort Toiletten-Benutzungsregeln entwickelt. Dabei geht es um verpflichtende Benutzung von Toilettenpapier oder -spülung, Händewaschen sowie saubere Hinterlassung des stillen Ortes. Zusatz: „Halte ich mich nicht an diese Regeln, müssen meine Eltern dafür haften und den Schaden bezahlen.“ Diese Vereinbarung ließ Schulleiterin Ulrike Schmidt-Hansen von allen Eltern unterschreiben, die damit auch der Schlussbemerkung zustimmten: „Ich unterstütze die Regeln zur Benutzung der Toilettenräume und habe sie mit meinem Kind besprochen.“

 Doch bei strengen Regeln allein blieb es nicht. Die Grundschüler sollten die frisch sanierten Räume künftig auch als schönen Teil „ihrer“ Schule wertschätzen lernen. So gestalteten Dritt- und Viertklässler gemeinsam mit ihren Lehrern die Toiletten ganz nach ihren Vorstellungen: Jungs verzierten den WC-Waschraum mit Fußballmotiven, die Mädels bevorzugten Prinzessinnen-Design mit viel Gold oder Glitzersteinchen an den Wänden.

 Folgen der fast ein halbes Jahr währenden Gemeinschaftsaktion: Vandalismus gab es seitdem so gut wie keinen mehr. Die Sauberkeit habe sich ebenfalls deutlich verbessert. Dass sich bei den Jungen-Toiletten allerdings wieder Urin-Geruch breitmache, führt die Schulleiterin auf deren hohe Nutzungsfrequenz von rund 130 Toilettengängen am Tag zurück. Die drei Schul-Reinigungskräfte, die im Schnitt zur Säuberung von fünf Quadratmetern nur eine Minute Zeit hätten, könnten somit die Hygiene der Toiletten nicht ausreichend gewährleisten.

 „Wir denken derzeit über Modelle nach, wie wir die Toiletten-Reinigung verbessern und intensivieren können. Gerade an den Ganztagsschulen“, erklärte Renate Treutel bei einem Ortstermin an der Mettenhofer Ganztags-Grundschule. Andererseits müssten auch die Schulen ihren pädagogischen Beitrag dazu leisten, sanierte Toiletten nicht der Verwahrlosung preiszugeben. Im Klartext bedeute dies für die Zukunft: „Ein entsprechendes Konzept wird die Voraussetzung dafür sein, dass eine Sanierung von Schultoiletten überhaupt erfolgen kann.“

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