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Kiel Die kuriose Reise einer Angelrute
Kiel Die kuriose Reise einer Angelrute
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19:30 07.08.2019
Von Martin Geist
Fliegenfischen ist so etwas wie die Formel 1 der Petrijünger. Ein Kieler Fliegenfischer wartete 16 Tage auf seine Rute. Quelle: privat
Kiel

Es geht eine Rute auf Reisen. Zwei Fliegenfischer aus Kiel und Linz können davon wahrlich ein ähnlich trauriges Lied singen wie einst Chansonnier Adamo mit seiner Träne. Über lange Zeit und mehrere tausend Kilometer konnte man einfach nicht zueinander kommen. Daran war – um das nicht weniger traurige Lied von den zwei Königskindern zu zitieren – nicht eine falsche Nonne schuld, sondern wohl die DHL mit reichlich unlogischer Logistik. Das Fliegenfischen ist so etwas wie die Formel 1 der Petrijünger. Sportlich geht es her, stetig reizt der ewige Kampf Mensch gegen Fisch, und es steht durchaus nicht von vornherein fest, dass Letzterer am Ende das Nachsehen hat und an der Schnur zappelt. Was beim Autorennen die Reifen sind, ist indes beim Fliegenfischen die Rute. Davon gibt es recht spezielle und weiß Gott nicht billige Exemplare, die man in Fachkreisen nicht unbedingt immer kauft, sondern gern auch mal tauscht. 

Die Reise begann hoffnungsvoll

So wie im Fall der Angler aus Kiel und Österreich. Die hatten sich nach beiderseitiger Überzeugung auf einen prima Deal geeinigt und die Ware sogleich auf Reisen geschickt wie Adamo die besagte Träne. Und es begann hoffnungsvoll. Kaum hatte der Kieler Sportfischer seine Fliegenroute abgeschickt, war sie auch schon beim Empfänger in Österreich. Und andersherum hatte auch der Kollege aus Linz seine Zusage ordnungsgemäß eingehalten. „Die Sendung wurde vom Absender an einen DHL-Paketshop übergeben“, erfuhr der Kieler Fliegenfischer am 10. Juli per Sendungsverfolgung im Internet. Am 13. Juli landete das Paket dann im fränkischen Städtchen Feucht, am 15. Juli im unweit gelegenen Kitzingen und am 17. Juli dann schließlich in Neumünster. Schon kam bei dem Empfänger aus Kiel große Vorfreude auf die erste Pirsch mit dem neuen Jagdgerät auf, doch dann versetzte ihm die Paket-Truppe der Post einen herben Dämpfer. 

Sendungsstatus änderte sich

Plötzlich wurde die für den 18. Juli vorgesehene Zustellung wieder auf Sendungsstatus vom 17. Juli zurückgesetzt. Noch kurioser entwickelte sich der Transport am 22. Juli, als es hieß: „Die Auslandssendung wurde an DHL übergeben und wird für den Weitertransport in das Zielland vorbereitet.“ Das versetzte unseren Kieler Fliegenfischer dann doch in Unruhe: „Verwechselt da ein DHL-Mitarbeiter vielleicht Absender und Empfänger? Im Zielland ist die Rute ja schließlich schon.“ Der Kieler, der nach eigener Aussage schon vorher einige Male „mit lapidaren Aussagen abgespeist“ wurde, versuchte jedoch, die Rutenreise zurück nach Österreich zu stoppen.

Hermes stellte das Paket schließlich zu

Tatsächlich sicherte ein bemühter DHL-Mitarbeiter umgehende Klärung zu, doch am 23. Juli war das Paket trotzdem schon in Regensburg und befand sich – so schien es jedenfalls – geradewegs zurück auf dem Weg nach Linz. Doch dann eine weitere wundersame Wendung. „Die Sendung wird ins Zielland transportiert und dort an die Zustellorganisation übergeben“, hieß es am 25. Juli, und einen weiteren Tag später hielt der Kieler Angelfreund seine Fliegenrute doch noch in den Händen. „Echt drollig“ findet er dabei, dass die als DHL-Paket international aufgegeben Ware am Ende von Hermes zugestellt wurde. Doch die Logik der Logistiker zu verstehen, das hat er ohnehin aufgegeben. „Meine Fische kapiere ich besser“, versichert er. Auch die DHL findet für die kuriose Reise nach eigenen Angaben „keine rationale Erklärung“. Da habe wohl schlicht jemand einen Fehler gemacht, glaubt ein Unternehmenssprecher und verweist ein Stück weit auf die Macht der Statistik: Bei täglich fünf Millionen transportierten Paketen sei es beim besten Willen nicht auszuschließen, dass auch mal was schiefgeht. 

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