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Kiel Verzweifelte Suche nach der Lücke
Kiel Verzweifelte Suche nach der Lücke
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07:00 12.10.2016
Von Anne Steinmetz
Kostenloses Parken in der Innenstadt kennen sie aus anderen Städten nicht: Henrik (29) und Valeria Tüllmann (21) aus Osterholz-Scharmbeck. Quelle: Frank Peter
Kiel

„Es ist immer schwierig, hier in der Gegend einen Parkplatz zu finden. Wenn der Wilhelmplatz aber gesperrt ist, kann man das vergessen“, sagt Ali Bakan. Der 60-Jährige wohnt in einer Seitenstraße des Wilhelmplatzes und braucht sein Auto jeden Tag. „Manchmal fahre ich fast eine Dreiviertelstunde herum und suche.“

 Auch Annkathrin Boller kennt die schwierige Parkplatzsituation rund um den Wilhelmplatz. Sie ist Ärztin am Städtischen Krankenhaus und fährt oft mit dem Auto zur Arbeit: „Gerade wenn ich Spät- und Nachtschicht habe, komme ich mit dem Auto.“ Meistens finde sie dann auf dem Wilhelmplatz einen Parkplatz. „Ich bin dann ja nicht zu den Stoßzeiten unterwegs. Dann geht es, zumindest wenn der Exer und der Wilhelmplatz nicht gesperrt sind“, sagt Boller. Sonst müsse sie oft lange in den Seitenstraßen suchen.

 Wie lange die Parkplatzsuche dauern kann, weiß auch Katja Eiselt. Die 35-Jährige hat einen Termin in der Innenstadt und kommt zu spät, weil sie fast 20 Minuten nach einem Parkplatz gesucht hat. „Genau aus dem Grund komme ich eigentlich gar nicht mehr in die Innenstadt“, sagt Eiselt. Sie wohnt etwas außerhalb und ärgert sich schon länger über das Parken in der City. „Viele Parkplätze sind inzwischen weggefallen. Deshalb fahre ich zum Einkaufen nur noch in den Citti-Park. Da finde ich auf jeden Fall einen Parkplatz, und es kostet nichts.“

 Bernd Diedrichsen aus Kiel ist bereit, für das Parken auch zu bezahlen. „Wenn ich etwas in der Stadt erledigen muss, parke ich oft auf dem Exer und zahle dann. Aber im Moment geht das ja nicht“, sagt der 75-Jährige. Deshalb hat er sein Auto heute auf dem Wilhelmplatz abgestellt. „Manchmal findet man hier was, manchmal muss man sehr lange suchen. Gerade in den vergangenen Wochen war das extrem, weil der Platz so oft gesperrt war.“

 Die Situation der vergangenen Wochen ist auch dem Ortsbeirat Mitte nicht entgangen. „Das ist natürlich unglücklich, wenn der Herbstmarkt und die Sperrungen wegen der Baltic Horse Show so dicht aufeinanderfolgen. Aber ich weiß nicht, wie das hätte vermieden werden können“, sagt Thies Petersen, Vorsitzender des Ortsbeirates.

 Auch die Stadtverwaltung weiß um die angespannte Parkplatzsituation während des Reitturniers, freut sich aber dennoch, dass die Show jedes Jahr in Kiel stattfindet. „Die Baltic Horse Show ist ein bundesweit vielbeachtetes Pferdesport-Ereignis, das Tausende in die Landeshauptstadt zieht“, sagt Stadtsprecher Joachim Kläschen. Weil die Sperrungen vorher absehbar sind, können sich Parkplatzsuchende aus Sicht der Stadt darauf einstellen und so die Situation entschärfen.

 Anders als die Kieler empfinden Besucher die Parkmöglichkeiten in der Innenstadt eher als unproblematisch. „Wir sind mit der Stena Line nach Göteborg gefahren und haben unser Auto so lange auf dem Wilhelmplatz abgestellt“, sagen Valeria und Henrik Tüllmann aus Osterholz-Scharmbeck. „Das ist schon praktisch, dass man so zentral kostenlos parken kann.“ Auch Mark Koncz aus Stuttgart ist über den Wilhelmplatz positiv überrascht: „Einen so großen kostenlosen Parkplatz mitten in der Stadt gibt es in Stuttgart nicht.“

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