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Kiel Partymeile soll sicherer werden
Kiel Partymeile soll sicherer werden
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06:54 14.03.2013
Von Martina Drexler
Quelle: Dreyer
Kiel

Mit dem Waffenverbot macht die Stadt Kiel mobil gegen die ausufernde Kriminalität rund um die Bergstraße. Aktuelle Statistiken hatten, wie berichtet, belegt, wie stark Roheitsdelikte in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Allein im vergangenen Jahr hatten die Ermittler, berichteten Jürgen Hoppe, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion, und 1. Polizeihauptkommissar Kay Kramm, 111 gefährliche und 161 einfache Körperverletzungen registriert.

Immer mehr Gewalt, immer mehr Brutalität – auch die Stadt war alarmiert, erwog ein Glasflaschenverbot oder Sperrstunden. Eine Sperrzeit aber lehnten die Gastronomen ab, die sich in der Interessengemeinschaft Bergstraße organisierten. Das Relikt aus dem letzten Jahrhundert gebe weder die Lebensrealität noch die veränderten Ausgehzeiten wieder, hieß es. Es löse das Problem nicht, sondern verlagere es nur, argumentieren Henning Puls (Betreiber von „Bond“, „Hillstreet“ und „Ease“) und Kai Hellebrandt vom „Luna“. Und: Wirtschaftlich hätte das für sie das Aus bedeutet.

Polizei, Ordnungsamtsleiter Manfred Rotzoll und Gastronomen setzten sich an einen Tisch und stimmten ihr Vorgehen ab. Seit 1. März patroullieren im Auftrag aller 15 Disko- und Lokalbetreiber ab Mitternacht am Wochenende oder an speziellen Veranstaltungsabenden jeweils mindestens zwei uniformierte, speziell geschulte Security-Männer rund um das Diskoviertel – dafür zahlen die Gastronomen etwa 40000 bis 50000 Euro im Jahr. Sie sollen Besucher auf der Straße ansprechen, wenn diese sich auffällig verhalten, und rechtzeitig die Polizei rufen, wenn sich eine Schlägerei anbahnt oder sie künftig bemerken, dass einer sich nicht an das Waffenverbot hält: Dazu zählen neben Schuss- und Stichwaffen auch Werkzeuge wie Schraubendreher und Hammer, Knüppel sowie Reizgas-Sprays. Da sich zum ersten Mal auch alle Gastronomen zusammenschlossen, gilt ein von einer Disko bzw. einem Betrieb verhängtes Hausverbot künftig für alle auf der gesamten Partymeile. Verständigt wird sich mit Funk. Das Sicherheitskonzept soll Gewalttaten vorbeugen. „Die gute Vernetzung von Polizei, Gastronomie und Verwaltung“, ist Rotzoll sicher, „ermöglicht ein schnelles und effektives Handeln gegen Gewalttäter.“ Wer bei Kontrollen der Polizei dennoch auf der Straße mit Waffen erwischt wird, muss mit Ordnungsgeldern zwischen 5000 und 10000 Euro rechnen. Die Zone, die angrenzende Nebenstraßen bis zu 30 Meter weit erfasst, erstreckt sich vom Dreiecksplatz bis zum Lorentzendamm. Das Verbot gilt nicht für Leute, die von Berufs wegen eine Waffe tragen oder Anwohner. Die Regelung ist unter www.kiel.de/rathaus/ortsrecht/bekanntmachungen.php zu lesen.

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