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Kiel Nach Starbucks kommt "Hans im Glück"
Kiel Nach Starbucks kommt "Hans im Glück"
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06:00 24.12.2018
Von Jürgen Küppers
In dem markanten dreieckigen Pavillon am Berliner Platz tut sich was: Starbucks ist raus, "Hans im Glück" geht rein. Der genaue Eröffnungstermin ist noch nicht bekannt. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Wann genau eröffnet wird, steht noch nicht fest. Wenn es dann aber so weit ist, wird es pikant. Denn nur ein paar wenige Schritte entfernt lauert mit „Peter Pane“ am Bootshafen der Erzrivale von „Hans im Glück“. Jahrelang lieferten sich die Burger-Ketten-Chefs erbitterte Duelle – und die wurden sogar vor Gericht ausgetragen.

Der Konkurrent "Peter Pane" ist nicht weit

So märchenhaft-romantisch, wie ihre Namen klingen, ist ihre Geschichte nämlich nicht. Obwohl sie einst gemeinsam begann. Denn zunächst war „Peter Pane“-Chef Patrick Junge (Spross einer Lübecker Bäckerdynastie mit rund 170 Läden) Franchise-Nehmer von „Hans im Glück“. Doch das Münchener Unternehmen kündigte Junge Ende 2015 den Vertrag – angeblich, weil dieser mehrfach gegen Franchise-Vorgaben verstoßen haben soll. 

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Jahrelanges Hickhack vor Gericht

Damit begann ein jahrelanges Hickhack vor Gericht. Gestritten wurde dabei ebenso um die Kündigung wie um die Einrichtung. Denn „Hans im Glück“ dekoriert seine Restaurants traditionell mit Birkenstämmen. In dem Prozess ging es unter anderem darum, ob „Peter Pane“ mit seinen Inneneinrichtungen die Rechte von „Hans im Glück“ am Baumdekor verletzt hatte. In der ersten Distanz verlor Patrick Junge.

Anfang November legten die Ex-Geschäftspartner dann ihren Streit überraschend bei. Außergerichtlich. Worauf sich die Streithähne dabei einigten, bleibt ein wohlgehütetes Geheimnis. Beide Parteien vereinbarten Stillschweigen, ließen lediglich verlauten: Die Verhandlungen seien „sehr kooperativ und auf Augenhöhe“ geführt worden.

Beide Burger-Ketten auf Wachstumskurs

Wirtschaftlich geschadet hat der Streit den beiden Unternehmen nicht. Im Gegenteil. Patrick Junges Firma „Paniceus“ hat die Zahl seiner Filialen laut Deutscher Presseagentur mittlerweile von zwölf auf 27 gesteigert, „Hans im Glück“ expandierte mit 61 Burger-Restaurants ebenfalls (Stand November 2018). 

Nach wie vor unverändert geblieben ist das ähnliche Konzept der zwei Burger-Ketten. Beide zielen mit regionalen Produkten und Bio-Angeboten auf ein eher junges, betuchtes Publikum in Städten. Der Standort am Berliner Platz punkte mit seiner attraktiven Lage, mitten in der Fußgängerzone unweit des Kreuzfahrtanleger-Terminals. Ob sich die damit gleichzeitig ergebende Nachbarschaft zum Ex-Partner und jetzigen Konkurrenten „Peter Pane“ als Standortvorteil oder -nachteil erweise, ließ die „Hans im Glück“-Zentrale allerdings unbeantwortet. 

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