Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Sorge um Sicherheit und Bürgernähe
Kiel Sorge um Sicherheit und Bürgernähe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:54 15.01.2016
Von Günter Schellhase
Hauptkommissar Veit Meixelsperger leitet die Station in der Wik. Er denkt, dass dem Bürger durch die Umorganisation nichts weggenommen wird. Quelle: Frank Peter
Kiel

Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz hatte am Mittwoch seine Pläne vorgestellt, schrittweise bis 2017 die jetzt zehn zu dann nur noch sechs Satelliten zusammenzulegen. Die endgültige Entscheidung muss Innenminister Stefan Studt (SPD) treffen.

„Ich verstehe den Wunsch der Polizeidirektion, Organisations- und Arbeitsabläufe zu straffen. Natürlich kann eine Station, die mit ein bis zwei Beamten stundenweise besetzt ist, nicht reaktiv eingreifen, wenn Kräfte vor Ort benötigt werden“, sagte Christoph Holst (CDU), Ortsbeiratsvorsitzender in Schilksee. Zu mehr Bürgernähe werde diese Maßnahme aber nicht führen. Das Produkt „gefühlte Sicherheit“ könne man nur vor Ort produzieren. „Wir brauchen in den Stadtteilen die Beamten vor Ort, die sich auskennen und beim Bürger zu sehen sind“, so Holst. Er sei sich sicher, dass man das bei der Polizei unterhalb der Führungsebene genauso sehe. Wenn sich die Politik nicht weiter vom Bürger entfernen wolle, sei hier der Innenminister aufgefordert, der Kieler Polizei das nötige Personal zu stellen und auf die Schließung von Stationen zu verzichten. „Gerade jetzt, wo Vertrauen in Polizei und Politik beim Bürger massiv verloren geht“, so der Ortsbeiratschef.

Holtenau befürchtet Unsicherheitsgefühl

Auch in Holtenau wird die Schließung bedauert. „Dass wir gleichzeitig Flüchtlinge auf dem MFG-5-Gelände haben, schafft ein Unsicherheitsgefühl“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Herbert Kulbarsch (CDU). „Mit der Station in Friedrichsort gibt es aber eine Dienststelle, die gut angelaufen wird“, sagte er. Jürgen Engel (Grüne, Gremiumsvorsitzender in der Wik) kann im Prinzip damit leben. „Ich fordere aber mehr Präsenz in der Wik entweder mit Fußstreifen oder im Dienstwagen, damit der Bürger gefühlte Sicherheit wahrnimmt“, sagte er. Positiv findet Engel, dass in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Marinetechnikschule ein Polizeibüro entstehen soll. „Dann hat der Bürger das Gefühl, da ist jemand“, sagte Engel.

Sorgen stoßen bei Polizei auf Verständnis

Bauchrowitz kann die Sorgen verstehen: „Wir nehmen den Stadtteilen dadurch etwas, wenn die bekannten Polizisten nicht mehr da sind.“ Doch die Personalstärke mit 802 Beamten in Kiel und das Präsenzkonzept ändere sich nicht. Mindestens eine Streifenwagenbesatzung soll nördlich des Kanals unterwegs sein. In den einsatzstarken Nächten am Wochenende seien 15 Wagen auf der Straße, bei Bedarf könne schnell aufgestockt werden. „Durch die gute Infrastruktur einer Großstadt erreichen wir schnell jeden Ort“, sagte der Polizeichef. Er betonte, dass über den Notruf 110 die Regionalleitstelle die Streifenwagen zum Einsatzort dirigiere. Sie seien innerhalb weniger Minuten da. Die Personalstärke der Stationen mit 72 Beamten bleibe nach der Umorganisation bestehen.

Der Kreis Plön gehört zur Polizeidirektion Kiel und hat die Reform schon hinter sich. „Hier hat das zu weniger Sicherheit geführt“, meinte der Plöner CDU-Kreisvorsitzende Werner Kalinka. Er könne den Kielern nur empfehlen, sich sehr genau anzuschauen, was der Polizeichef vorschlage. Der Beamte, der sein Revier wie seine Westentasche kenne, sei keine Nostalgie, sondern gelebte und effektive Prävention.

Kiel Veranstaltung in Kiel am 15.01.2016 - Ein Lob auf die Arbeit

Die Kieler Lindenau-Werft im Film: Karl Siebig erinnert sich an alte Zeiten.

Thomas Lange 15.01.2016

Sie gehören fast schon zum Stadtbild. Am Donnerstag wurden mit schweren Lastwagen und Polizeibegleitung weitere Module für die Interimsbauten auf dem Kieler Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) angeliefert – dieses Mal für den Erweiterungsbau der Intensivstation für Innere Medizin I und III.

Merle Schaack 14.01.2016

Gute Nachrichten für den Hof Akkerboom: Im Sommer könnte der Wiederaufbau der Anfang August abgebrannten Tenne starten. Diese und noch weitere positive Neuigkeiten verkündeten Pitt Pommerening von der städtischen Immobilienwirtschaft und der beauftrage Architekt Edgar Schwinghammer (Kiel) im Ortsbeirat Mettenhof.

Jennifer Ruske 14.01.2016