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Kiel Mona Borchert leitet Innenstadt-Revier
Kiel Mona Borchert leitet Innenstadt-Revier
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08:00 26.09.2018
Von Niklas Wieczorek
Auf der Straße, vor der Falckwache: Mona Borchert will an der Spitze des 2. Polizeireviers Kiel die zielgerichtete Arbeit ihres Vorgängers Kay Kramm fortsetzen. Quelle: Frank Peter
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Mit konzentriertem Blick durch die Hornbrille hört sie den Fragen zu. Um sie herum Umzugskartons. Borchert richtet sich ein und wählt behutsam ihre Worte. Zuletzt arbeitete sie vier Jahre im Landespolizeiamt. Es ging um Strategisches. Hier aber ist das 2. Revier, die Straße. 16 Jahre hatte hier Kay Kramm das Sagen. Jetzt kommt Borchert. Frauen in Führungspositionen müssten selbstverständlich sein, sagt sie. "Funktionen sollten nach Kompetenz besetzt werden und nicht nach Geschlecht."

Gewalt gegen Beamte ist ihr Thema

Das will sie an der Spitze dieses Reviers zeigen: Hier, wo die Einsatzorte nur so strotzen vor Testosteron. Vielleicht, indem sie das Thema aufgreift, das sie aus dem Landespolizeiamt kennt: Gewalt gegen Polizeibeamte. Gerade hatte sie ihr 20-jähriges Dienstjubiläum. Aber die Zeiten der Herren Wachtmeister, in denen Bürger vor der Polizei in Ehrfurcht erstarrten, kennt sie nicht mehr. Ein "Stück Wahrheit" sei dran am Klagen vieler Beamter: "Manche Personen haben gar keinen Respekt vor der Polizei." Wie Borchert das ändern will? "Professionalität" fordert sie immer wieder. Kommunikativ auftreten, sich Menschen zuwenden – so müssten sich professionelle Polizisten verhalten.

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Und die Straße ist Borchert ebenfalls nicht fremd: 2004 bis 2006 war sie in mehreren Kieler Revieren im Streifendienst. Viele Beamte hier im Revier kennen sie von damals. "Die Kollegen wollen auch nicht, dass gleich alles auf den Kopf gestellt wird", sagt sie. Und mit mehr Erfahrung fällt auch das richtige Auftreten an umstrittenen Orten leichter: "Wir zeigen uns am Bahnhof, ziehen uns kein Stück zurück", sagt Borchert in der Debatte um die Lage vor der Zentralstation. Zur Bergstraße sagt sie schlicht: Die Waffenverbotszone habe sich bewährt. "Eine Abschaffung anzustreben, ist derzeit vielleicht ein bisschen zu optimistisch." Im 2. Revier will Borchert, verheiratete Mutter einer Tochter, schlicht mehr auf die Straße schauen. "Ich möchte live erleben, wie hier gearbeitet wird", sagt sie und kündigt an, auch gezielt in Streifenwagen mitzufahren.

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