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Kiel Auch Radler hantieren mit dem Handy
Kiel Auch Radler hantieren mit dem Handy
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08:00 25.10.2018
Von Frank Behling
Fahrradkontrolle an der Uni Kiel: Obwohl die Beamten deutlich sichtbar waren, registrierten sie in wenigen Stunden fast 30 schwere Verkehrsverstöße. Quelle: Frank Behling
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Kiel / hfr

„Appelle helfen nicht immer. Wir müssen auch regelmäßig kontrollieren“, sagte Jessica Schäller vom Polizeibezirksrevier. Sie ist selbst Radfahrerin und hat einen Blick für die schwarzen Schafe. Die klassischen Rotlichtdelikte bekommen inzwischen auch unter Radfahrern Konkurrenz durch Handyverstöße. Das einhändige Fahrradfahren bei gleichzeitiger Bedienung eines Smartphones ist auf zwei Rädern genauso untersagt wie auf vier Rädern.

Viele Radler ignorieren rote Ampeln einfach

Die Folgen bekamen etliche Radfahrer zu spüren. Obwohl die Beamten in leuchtend gelben Signaljacken eigentlich gut sichtbar waren, wurden von 9.15 bis 12.15 Uhr 27 schwere Verkehrsverstöße protokolliert. „Etwa zwei Drittel davon waren Rotlichtverstöße, ein Drittel Handyverstöße“, so Matthias Felsch  nach der Auswertung der Ergebnisse.

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Verstöße können richtig teuer werden

Die Fahrradmobilität ist in Kiel im Aufwind. „Es gibt im Fahrradbereich schon eine massive Steigerung, besonders durch die vielen E-Bikes“, sagte Schäller. Die modernen Räder werden immer schneller, leiser und komfortabler. Noch während sie das erklärte, musste ihre Kollegin laut werden. „Die rote Ampel ist kein Vorschlag“, brüllte sie einem Radfahrer hinterher, der sofort vor Schreck stoppte und ganz reumütig dreinblickte. Bei Rot über die Ampel – das hieß in diesem Fall 60 Euro. „Wenn es länger als eine Sekunde rot ist, kostet es 100 Euro und bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 160 Euro“, sagte Schäller. Wenn ein Radfahrer bei der Fahrt ein Handy oder Navigationsgerät in die Hand nimmt, fallen 55 Euro Bußgeld an. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer steigt das Bußgeld auf 75 Euro. Führt das Verhalten sogar zu einem Unfall, sind es 100 Euro.

Die meisten Sünder zeigen sich einsichtig

Die Präsenz zeigte Wirkung. „95 Prozent der von uns angehaltenen Verkehrsteilnehmer sind aber einsichtig“, sagte Schäller. Die übrigen fünf Prozent machen dafür meist richtig Arbeit, die nicht selten bis vors Gericht geht.

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