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Kiel 50 Jahre: Die FH feiert Jubiläum
Kiel 50 Jahre: Die FH feiert Jubiläum
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17:00 15.05.2019
Von Niko Rönnfeldt
FH-Präsident Prof. Udo Beer feiert mit der Fachhochschule in diesem Jahr Jubiläum. 50 Jahre wird sie alt. Gefeiert wird unter anderem mit einem Campusfest am 24. Mai. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Gar nicht so leicht, einen Parkplatz am Campus zu bekommen, Herr Beer. Wie kommen Sie eigentlich zur Arbeit? Ich muss leider mit dem Auto fahren, weil ich nördlich des Kanals wohne. Dann geht es immer über die Stadtautobahn, auf der es immer ungemütlicher wird. Heute Morgen hatte ich auch wieder das große Vergnügen, dass ich nahe der Eckernförder Straße völlig gefrustet runtergefahren bin, weil alles wieder zugestaut war. Das kommt häufiger vor.

Ein Thema, über das ganz Kiel ja derzeit diskutiert – der Verkehr in der Stadt. Sehen Sie den Campus gut genug angebunden an die Stadt?
Sicherlich ist da noch Luft nach oben. Wir hängen ganz stark an den Bussen. Die Fähre ist durch den ganztägigen Halbstundentakt besser geworden – ein sehr charmantes Verkehrsmittel. Damit hat Kiel etwas, mit dem es wuchern könnte, es aber nicht tut. Es braucht auf der Förde mehr Punkt-zu-Punkt-Verbindungen wie an der FH. Die Mini-Kreuzfahrt vom Hauptbahnhof nach Laboe hilft dem normalen Arbeitnehmer nicht. Insgesamt hat sich der Verkehr hier am Ostufer sehr dynamisch entwickelt. Gerade am expandierenden Hafen.

Campusfest: So feiert die FH Jubiläum

Das ganze Jahr 2019 steht für die FH Kiel im Zeichen des 50-jährigen Bestehens. So richtig los geht es mit den Feierlichkeiten am Freitag, 24. Mai, mit dem Campusfest. Am Vormittag bieten die Fachbereiche ein Programm für Studenten und Alumni. Ab 13 Uhr stehen dann Projekte der FH, Erfolgs- und Gründergeschichten im Mittelpunkt. Es gibt einen Poetry-Slam, Walk acts und Musik. Neben Pop und Jazz bietet die Gruppe Thundermother am Abend Hardrock. Auf dem Gelände macht den ganzen Tag über eine Streetfood-Karawane Station. Alles findet am Sokratesplatz statt. 

Wissenschaft zum Anfassen soll das Bürgerfest aller Fachhochschulen des Landes auf dem Campus der Technischen Hochschule Lübeck, Mönkhofer Weg 239, am Sonnabend, 15. Juni, bieten. Zwischen 14 und 23 Uhr gibt es Trend-Talks und einen Science Slam. Die FH Kiel gibt dort einen Einblick in praxisnahe Lehre und Forschung.

Am Freitag, 22. November, bittet die FH dann zum Tanz in das Audimax am Sokratesplatz. Ab 20 Uhr wird die Kieler Band Tiffany auftreten. Karten gibt es im Servicebüro des Zentrums für Kultur- und Wissenschaftskommunikation, Schwentinestraße 26, im Mediendom und im Computermuseum.

Sehen Sie das mit Sorge?
Es fehlt ein Verkehrskonzept, wie man landseitig zum Hafen und wieder weg kommt. Alles fließt hier durch die schmale Grenzstraße. Was uns helfen würde, wäre eine knackige Verbindung zum Bahnhof, zum Beispiel eine schienengebundene Lösung auf der Werftstraße – das Industriegleis ist ja da. Wenn man die Bahn bis nach Wellingdorf hochzöge und an der Schwentinemündung eine Fußgängerbrücke wäre, würde das nicht nur den Fahrradfahrern helfen. Die Werftstraße ist meine Hoffnung. Das Fehlen einer solchen Brücke erschwert auch die Kooperation mit Geomar. Und ein absoluter Traum von mir ist eine Seilbahn über die Förde – von Uni-Campus zu FH-Campus wäre doch was...

Seit gut 20 Jahren sind die FH-Fachbereiche am Ostufer vereint. Ist der Standort ein Vorteil oder ein Nachteil?
Die Idee, aus der FH eine Campus-Hochschule zu machen, die ist gut. Wir waren vorher ja komplett verteilt – im Stadtgebiet und bis nach Eckernförde. Da kam kein Wir-Gefühl auf. Das ist schon super hier. Dass wir in Diet richsdorf gelandet sind, war nicht unbedingt der Traum aller meiner damaligen Kollegen. Die Neuen kennen es ja nicht anders. Ich glaube auch, dass wir dem Stadtteil gut tun. Aber was die Verkehrsanbindung – auch nach Hamburg – angeht, liegen wir im Schatten. Hier zu sein, ist toll. Nur wenn man von hier weg will, ist man wie auf einer Insel. Dass man über die Schwentinebrücke und den Ostring muss, ist ein Handicap.

Aber die Zahl der Studenten steigt. 8000 sind es jetzt ungefähr. Und es ist sehr eng in Dietrichsdorf. Gibt es hier natürliche Grenzen des Wachstums?
Es gibt eine demografische Grenze, da sind wir jetzt kurz davor. Bei dem jetzigen Hochschulangebot werden wir nicht weiter wachsen können. Wenn man das Angebot erweitert, dann ist auch noch Potenzial da. Wir haben noch Baulücken und könnten hier 10 000 Studierende haben. Ein paar Themen sind in der Diskussion: Architektur oder Pflegewissenschaften.

Sie planen zudem eine dauerhafte Bleibe für die Bauingenieure, eine neue Bibliothek: Sie müssen ja zwangsläufig auch die Parkflächen in Betracht ziehen.Das ist auch schon in der Pipeline. Wenn wir den Fachbereich Bauwesen hier bautechnisch umsetzen, dann wird es auch ein sieben- oder achtgeschossiges Parkhaus hinter der Schiffbauhalle geben. Das gibt dann rund 600 Parkplätze mehr, die benötigt man auch. Knapp die Hälfte der Studierenden pendelt noch.

Sie sprechen derzeit mit dem Land über Zielvereinbarungen. Im Rahmen des Jubiläums nehmen Sie sogar das Wort Neuausrichtung in den Mund. Wohin führen die Weichen, die Sie gerade stellen?
Das, was ist, soll fortgeschrieben werden. Wir sind mit der Art unserer Studiengänge nützlich für die Wirtschaft. Das, was neu ausgerichtet werden soll, sind die Inhalte. Ganz oben steht die Digitalisierung. Wir überlegen gerade, wie wir das handeln können. Viele neue Professuren werden wir nicht kriegen. 

Passend dazu startet im Wintersemester der neue Masterstudiengang „Data Science“.
Ja, mit einer Stiftungsprofessur, die wir von der Staatskanzlei und Dataport gesponsert kriegen. Das hilft. Aber das ist am Ende der Ausbildung. Fachhochschulen beschäftigen sich ja viel mit der Grundausbildung. Es fehlt in vielen Berufen derzeit noch an einer Grundkompetenz in Informatik – die muss künftig jeder Arbeitnehmer mitbringen. Da muss sich auch die Hochschule drum kümmern.

Die FH Kiel gehörte mit den anderen in Schleswig-Holstein zu den ersten Fachhochschulen in Deutschland. Hat der Norden seinen Vorsprung genutzt?Bei den begrenzten Ressourcen machen wir einen verdammt guten Job. Wir passen mit unserer Ausbildung zu unserer Unternehmenslandschaft. Es war ein Geniestreich der Hochschulpolitik zu sagen: „Mit der Oberberufsschule werden wir nichts werden. Wir brauchen mehr Menschen, die akademisch geschult sind, aber wissen, wie man eine Theorie in die Praxis umsetzt.“

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