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Kiel So geht es an der Uni Kiel jetzt weiter
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19:12 06.02.2020
Von Kristian Blasel
Luftbild vom Verwaltungsgebäude der CAU: An der Kieler Christian-Albrechts-Universität muss ein neuer Präsident gewählt werden. Durch einen Formfehler bei der Ausschreibung verzögert sich die Entscheidung jedoch um mehrere Monate. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es war ein Schock für alle Beteiligten: Als am Mittwoch durchsickerte, dass das laufende Ausschreibungsverfahren juristisch fehlerhaft ist, herrschte zunächst einmal Ratlosigkeit. Wie konnte das passieren? Und vor allem: Wie geht es jetzt weiter? Der bisherige Plan, pünktlich zum Ende der Amtszeit von Lutz Kipp Ende Mai einen neuen Präsidenten ins Amt einführen zu können, ist vom Tisch. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur schwierigen Situation an der Uni-Spitze.

Warum wird das laufende Bewerbungsverfahren abgebrochen?

Die Uni spricht von einem "formalen Fehler im Ausschreibungstext", der im Zuge einer selbst veranlassten Überprüfung festgestellt worden sei. Im Kern geht es darum, dass die Universität in der offiziellen Ausschreibung explizit nach einem Wissenschaftler gesucht hat, der das Amt übernehmen soll. Klingt logisch, ist nach geltender Rechtsauffassung aber eine unzulässige Einschränkung des Bewerberkreises. Menschen aus der Wirtschaft oder der Verwaltung, die sich für den Spitzenjob in Kiel interessieren, seien so von Anfang an ausgeschlossen gewesen. Aufgefallen ist das erst der Kieler Kanzlei Weißleder/Ewer, die auf öffentliches Recht spezialisiert ist und im Januar von der Universität beauftragt worden ist, das Verfahren zu kontrollieren.

Wie geht es jetzt weiter?

Formal ist der Abbruch des Verfahrens noch gar nicht beschlossen. Aber Zweifel daran gibt es nicht mehr. "Dass die CAU das Verfahren stoppen wird, ist unvermeidbar", teilte am Donnerstag Wissenschaftsministerin Karin Prien mit. Dieser Schritt liegt in den Händen des Senats, der nächsten Mittwoch zusammenkommt. Bereits am Montag trifft sich voraussichtlich die Findungskommission, die dann ihre Selbstauflösung beschließen könnte. Theoretisch kann die Kommission in derselben Besetzung ihre Arbeit fortsetzen, wenn ihr wieder das Vertrauen ausgesprochen wird. Ob die bisherige Kommissionsvorsitzende, Professorin Natascha Oppelt, weiterhin zur Verfügung steht, ist noch unklar. Die Geografin wird im Juni zu Forschungszwecken mit dem Schiff "Polarstern" eine Fernreise antreten. Genau in dieser Zeit wird die nächste Findungskommission am meisten zu tun haben.

Was muss als Erstes geregelt werden?

Neben dem Ziel, möglichst schnell ein neues Bewerbungsverfahren in Gang zu setzen, geht es darum, eine allgemein akzeptierte personelle Übergangslösung zu finden. Das soll nach Informationen von KN-online noch in diesem Monat geschehen. An der Universität ist die Hoffnung groß, dass es eine interne Lösung geben wird. "Wir sind zuversichtlich, dass das Ministerium die Interimslösung mit uns eng abstimmt", sagte der CAU-Senatsvorsitzende Markus Bleich. Das Problem: Der ideale Kandidat muss selbst ohne Ambitionen sein und gleichzeitig die Fähigkeit haben, sich schnell einarbeiten zu können. Denn der Interimspräsident kann die Dinge nicht einfach laufen lassen. Die Bauverhandlungen mit dem Land gehen im Sommer weiter, bei der Begutachtung von Sonderforschungsbereichen ist zudem eine Hochschulleitung gefragt, die ihrer Budgetverantwortung gerecht wird.

Warum springen die Stellvertreter nicht ein?

Da gibt es eine spezielle Situation in Kiel. Ende Mai läuft nämlich nicht nur die Amtszeit von Lutz Kipp aus, sondern auch die seiner drei Stellvertreterinnen Ilka Parchmann (Professorin der Chemie-Fachdidaktik), Anja Pistor-Hatam (Professorin der Islamwissenschaften) und Karin Schwarz (Professorin der Agrar- und Ernährungswissenschaften). Vom engen Führungskreis der Universität bleibt einzig Kanzlerin Ricarda Meyer noch mehrere Jahre im Amt.

Welche Risiken stecken in der jetzigen Situation?

Groß ist an der Universität die Angst, dass starke Kandidaten aufgrund der neuen Situation ihre Bewerbung zurückziehen. Bislang haben nur der Amtsinhaber, Physik-Professor Lutz Kipp, sowie der CAU-Biologie-Professor Frank Kempken ihr Interesse an dem Amt öffentlich gemacht. Welche externen Bewerbungen auf dem Tisch liegen, ist geheim. Bekannt ist dagegen, dass bis zuletzt über eine Agentur versucht worden ist, vor allem Frauen von anderen Hochschulen für eine Kandidatur zu begeistern. Die Aussicht, nun ein Amt anzubieten, das irgendwann zum Ende des Jahres angetreten werden kann, macht die Situation für die künftige Findungskommission nicht leichter. Udo Rempe, Landeschef vom Verband Hochschule und Wissenschaft, spricht offen von einer Blamage. "Alles Streben, den Exzellenzstatus zu erreichen, nutzt nichts, wenn eine Universität nicht auch über eine exzellente Verwaltung verfügt."

Was bedeutet die Situation für die Studenten?

Die müssen sich derzeit die wenigsten Sorgen machen. "Es wird keine Auswirkungen auf den täglichen Betrieb geben", sagt  Kanzlerin Ricarda Meyer. "Wenn es eine Klage gegeben hätte, wäre es zu wesentlich größeren Verzögerungen gekommen." Der Studienbetrieb dürfte von dem Machtvakuum an der Spitze nicht betroffen sein.

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