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Kiel Mit Luftgewehr auf Möwen geschossen
Kiel Mit Luftgewehr auf Möwen geschossen
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10:00 13.11.2018
Von Thomas Geyer
Lebt gefährlich: eine Möwe am Tirpitzhafen. Drei dieser Tiere hatte der angeklagte Obermaat mit Schüssen aus einem Druckluftgewehr getroffen. Quelle: Thomas Geyer
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Kiel

Zu den Gründen äußerte sich der 35-jährige Soldat bisher nicht. Weil er bei dem Vorfall im Februar 2017 von Kameraden beobachtet und gemeldet worden war, sollte sich der Möwenjäger jetzt wegen Tierquälerei vor Gericht verantworten. Auch ein Waffendelikt stand im Raum, doch der Angeklagte schoss mit einem frei verkäuflichen Druckluftgewehr. Damit traf er laut Staatsanwaltschaft drei Möwen. Die Tiere wurden verletzt und litten Schmerzen, überlebten jedoch.

Anklage wirft ihm weitere Straftaten vor

Dem Marinesoldaten hätte die Kieler Justiz wohl kaum den Prozess gemacht, hätte er danach nicht noch weitere Straftaten begangen. So wurde der Angeklagte im April dieses Jahres am Kieler Hauptbahnhof erwischt, als er ein Fahrrad zu stehlen versuchte. Und zwei Monate später blieb der Obermaat zwölf Tage lang unentschuldigt dem Dienst fern.

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Nicht vorbestrafter Soldat muss 4200 Euro Geldstrafe zahlen

Auch der Ladung zum Prozess im Kieler Amtsgericht folgte er nicht. Nach der vorgeschriebenen Wartezeit von 15 Minuten erließ die Richterin einen Strafbefehl, den die Staatsanwältin zuvor beantragt hatte. Danach muss der nicht vorbestrafte Soldat 4200 Euro Geldstrafe (140 Tagessätze à 30 Euro) zahlen. Der Vorwurf der eigenmächtigen Abwesenheit schlug dabei mit 90 Tagessätzen zu Buche.

Disziplinarverfahren der Bundeswehr könnte folgen

In der Gesamtstrafe wog die Tierquälerei (40 Tagessätze) knapp halb so schwer wie das Dienstvergehen. Der versuchte schwere Diebstahl des abgeschlossenen Fahrrads lag mit 60 Tagessätzen dazwischen. Beim Zusammenfassen der Einzelstrafen gewährt das Gesetz Rabatt. Der Unteroffizier (A6/A7-Besoldung: im Schnitt 2700 Euro) muss auch mit einem Disziplinarverfahren der Bundeswehr rechnen. Zudem seien bei der Anklagebehörde weitere Vorwürfe anhängig, hieß es.

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