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Kiel Mit Graffiti gegen illegale Farbattacken
Kiel Mit Graffiti gegen illegale Farbattacken
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11:07 06.12.2016
Von Heike Stüben
André Seemund (von links) begutachtet mit den Graffiti-Sprayern Timo und Jan die Hauswand des Trafohauses. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Eigentümer des früheren Trafohauses am Wasserturm wollen damit einen interessanten Blickfang bieten – und jahrelange Schmierereien an der Hauswand einen beenden. Immer wieder seien anstößige Ausdrücke, inakzeptable Parolen und unschöne Bilder auf der Hauswand aufgetaucht, berichtet die Bewohnerin Dagmar Schmiedek. Nachdem die Reinigung der Backsteine außer hohen Kosten keinen Erfolg zeigte, habe sie Kontakt zu Streetart Kiel aufgenommen. „Ich hatte in der Zeitung gelesen, dass sich dort Graffitikünstler für die legale Gestaltung von öffentlichen und privaten Flächen einsetzen und zum Beispiel die Germaniabrücke mit Graffiti versehen haben. Das schien mir eine sinnvolle und nachhaltige Lösung zu sein“, sagt die Lehrerin.

Schnell wurde sie sich mit André Seemund von Streetart einig: Seemund vermittelte zwei Graffitikünstler. „Dass ich ihnen die Auswahl und Gestaltung des Motivs überlassen, war für mich kein Problem“, betont Dagmar Schmiedek. Kurz darauf rückten Jan (32) und Timo (39) mit Spraydosen an und begannen gemeinsam das Graffiti auf die Wand zu sprayen. Für beide ist Graffiti eine Freizeitbeschäftigung. „Ich komme aus einer Kleinstadt. Dort gab es eigentlich kaum etwas, was man als Jugendlicher machen und damit seine Gefühle ausdrücken konnte. Das Reizvolle am Sprayen ist, dass man schnell und exakt das Bild im Kopf auf eine Fläche bringen muss“, sagt Timo. Für das Trafohaus waren sich die beiden schnell über das Motiv einig. „Wir sind befreundet und ticken graffitimäßig gleich. Deshalb können wir ohne viele Worte an einem Projekt arbeiten“, sagt Jan und erzählt von den vielen Kommentaren, die sie während des Sprayens zu hören bekamen. „Das ist hier ja ein frequentierter Fußweg. Viele Passanten waren erst verunsichert, ob wir das illegal machten. Wenn wir unseren Auftrag erklärt haben, gab es aber bis auf wenige Ausnahmen positive Reaktionen“, berichten die beiden Streetart-Mitglieder.

Resultat zufriedenstellend

Mit dem Ergebnis ist auch Dagmar Schmiedek mehr als zufrieden. Der Roboter bietet einen Kontrast zu dem Wasserturm von 1896 und schafft gleichzeitig eine Verbindung zur beruflichen Schule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. Schüler- und Lehrerschaft blicken jetzt durch die Schulfenster direkt auf das dynamische Wandbild, das unversehens ein aktuelles Thema aufgreift: Die künftige Arbeitswelt 4.0, in der immer mehr Tätigkeiten von Robotern übernommen werden sollen. Dass der blaue Roboter eher bedrohlich als freundlich wirkt, wird dabei das Gefühl vieler Arbeitnehmer widerspiegeln.

Auch die Hoffnung, illegale Farbattacken mit legalem Graffiti stoppen, hat der Roboter bisher erfüllt. André Seemund und sein Streetart-Team hoffen nun auf weitere legale Sprühflächen im Stadtgebiet: „Am Ende könnten geführte Graffiti-Touren stehen. Das böte einen anderen Blick auf Kiel und auf Stellen und Menschen, die Gäste sonst gar nicht erleben.“

Streetart Kiel

Weitere Informationen im Internet unter https://streetartkiel.wordpress.com

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