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Kiel Das Ruffini schließt die Türen für immer
Kiel Das Ruffini schließt die Türen für immer
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10:01 18.05.2018
Von Oliver Stenzel
Wechselt nach über 18 Jahren Selbstständigkeit im Ruffini ins Angestelltenverhältnis: Marc Sauerbaum. Quelle: Oliver Stenzel
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Kiel

Der älteren Dame stehen die Tränen in den Augen, als Marc Sauerbaum sie aus seinem Restaurant verabschiedet. „Sie hat seit Jahren regelmäßig bei uns gegessen“, berichtet der Gastronom, während er die Tür zum Ruffini am Blücherplatz wieder zuschließt. Derzeit versuchen viele Gäste, sich von dem langjährigen Inhaber noch einmal persönlich zu verabschieden, der die überraschende Schließung Ende vergangener Woche kurz und knapp per Aushang und Facebook-Post bekanntgegeben hatte. „Wir hatten noch überlegt, ob wir die Stammgäste vorab persönlich informieren sollen. Aber das hätte zu viel Wirbel bedeutet“, erklärt Sauerbaum das auch für die Freunde des Hauses abrupte Finale.

Der 54-Jährige hingegen, der in dem seit 1999 von ihm betriebenen Restaurant zunächst als Gastgeber und in den vergangenen acht Jahren als Koch im Einsatz war, hat sich mit einem möglichen Aus schon länger beschäftigt: „Das erste Mal kam die Idee auf, als sich meine Frau Yvonne vor drei Jahren entschloss, das Ruffini zu verlassen, wieder in ihrem alten Beruf zu arbeiten und im Hof Sophienlust als Sozialarbeiterin tätig zu werden“, berichtet Sauerbaum. Er habe sich dann aber doch dazu entschlossen, das Lokal zu halten, dessen Betrieb er zuletzt als einziger fester Mitarbeiter zusammen mit acht Aushilfen führte. „Aber als ich im vergangenen Jahr einmal während des Weihnachtsgeschäfts eine Grippe bekam und mich trotzdem zur Arbeit schleppen musste, habe ich darüber nachgedacht, was eigentlich passieren würde, wenn ich einmal länger krank wäre“, erzählt der Gastronom, der dieses Risiko schließlich nicht länger eingehen mochte. Auch die wachsende Konkurrenz durch die vielen neuen Restaurants in der Stadt habe ihn in seinem Entschluss bestärkt, die langjährige Selbstständigkeit künftig gegen ein Angestelltenverhältnis mit geregelten Arbeitszeiten sowie die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse einzutauschen. Details möchte er noch nicht verraten, der Gastronomie wird er aber treu bleiben.

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