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Kiel Kieler Stadtrat Röttgers sagt Tschüs
Kiel Kieler Stadtrat Röttgers sagt Tschüs
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07:01 29.03.2018
Von Martina Drexler
Foto: Für Wolfgang Röttgers endet nach sechs Jahren die Amtszeit als Kieler Stadtrat für Ordnung, Finanzwirtschaft und Kultur am 31. März. Wer ihm nachfolgen soll, wird erst nach der Kommunalwahl am 6. Mai entschieden.
Für Wolfgang Röttgers endet nach sechs Jahren die Amtszeit als Kieler Stadtrat für Ordnung, Finanzwirtschaft und Kultur am 31. März. Wer ihm nachfolgen soll, wird erst nach der Kommunalwahl am 6. Mai entschieden. Quelle: Frank Peter
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Wolfgang Röttgers war für vieles zuständig – vom Bürger- und Ordnungsamt über Kultur- und Weiterbildung, Personal, Feuerwehr bis hin zur Finanzwirtschaft. Für den Chef von etwa 1200 Mitarbeitern hat die Arbeit eine Menge „an positiven Erfahrungen gebracht". So manches in seinem Zuständigkeitsbereich hat sich verbessert wie etwa bei der Haushaltsentwicklung. Trotz des Spardrucks habe die Stadt auch im Bereich Kultur hohe Standards halten können, so Röttgers. Viel Freude machte es ihm auch, Aktionen zum 100. Jahrestag des Kieler Matrosenaufstands vorzubereiten und das Meeresfilm-Festival Cinemare vorangetrieben zu haben.

Verweis wegen der Steueraffäre

Aber mit der Steueraffäre gibt es einen „dunklen Fleck“, wie er selbst sagt. Es war Röttgers, der Susanne Gaschke, Vorgängerin von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), empfahl, dem Mediziner Detlef Uthoff eine millionenschwere Steuerschuld zu erlassen - im Gegenzug zur Rückzahlung eines Teils der Summe. Der Verzicht stellte sich bekanntlich als rechtswidrig heraus. Die Vorwürfe der Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue wurden zwar fallen gelassen, aber im Rathaus musste sich Röttgers einem Disziplinarverfahren stellen, das mit einem Verweis endete. 

Oberbürgermeister dankt ihm für seine Arbeit und seinen Führungsstil

Für seine Arbeit und seinen Führungsstil dankte ihm jetzt Oberbürgermeister Kämpfer (SPD): Er sei ein feiner Kerl, einer, der auch ein Bewusstsein für ein Leben außerhalb des Rathauses habe. Das erleichtert dem Stadtrat den Abschied: Als Mitglied des Vereins „Bay Areas“ will er mit Kiels Städtepartnerin San Francisco einen Film-Austausch und eine Ausstellung von Kieler-Woche-Plakaten auf den Weg bringen. Seit Oktober ist er Vorsitzender des Kulturforums, seit 20 Jahren als Seeadlerfreund Mitglied im Nabu. Und natürlich wird das frühere "Staatisten"-Mitglied  weiterhin als Kabarettist auftreten. Wer ihm nachfolgt, ist noch unklar. Die Politik hat die Entscheidung bis nach der Kommunalwahl am 6. Mai vertagt.

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